Posts Tagged ‘ Chile ’

Chile setzt ein Zeichen – Das Museo de Memoria y los Derechos Humanos (Museum der Erinnerung und der Menschenrechte) in Santiago

von Rainer Huhle

An zentraler Stelle in Chiles Hauptstadt Santiago, mit eigenem U-Bahn-Eingang, steht seit Dezember 2009 ein gewaltiger Neubau von rund 9000 Quadratmetern auf vier Stockwerken, den Präsidentin Bachelet am 11. Januar 2010 als Museum zur Erinnerung an die Menschenrechtsverletzungen der Pinochet-Diktatur eröffnete. [...]
 



Helmut Frenz: … und ich weiche nicht zurück: Chile zwischen Allende und Pinochet

Er war Dorfpfarrer. Dann hörten er und seine Frau von den Problemen der „Dritten Welt“, wie es damals hieß. Sie wollten etwas tun. Deshalb wurde Helmut Frenz, der 2010 seine Lebenserinnerungen auf Deutsch veröffentlicht hat, Pfarrer in einer deutschen evangelischen Gemeinde in Chile. [...]

von Dieter Maier



Paz Rojas Baeza: La interminable ausencia. Estudio médico, psicológico y político de la desaparición forzada de personas.

Este libro publicado en Chile por la Dra. Paz Rojas, médico neuropsiquiatra, es significativo en tanto que aborda desde distintos ángulos y usa diferentes metodologías para referirse a AQUELLO QUE NO TIENE REPARACION. [...]

por Roberta Bacic



Die Menschenrechte werden bis heute ignoriert. Ein Buch über die Colonia Dignidad


Mit Herman Schwembers Delirios e Indignidad: El Estéril Mundo de Paul Schäfer (Delirien und Unwürde : die sterile Welt Paul Schäfers, 2009 nach dem Tod des Autors veröffentlicht) liegt der erste umfassende Bericht über die innere Verfasstheit der deutschen Siedlung Colonia Dignidad in Chile vor. Niemand hatte zuvor so guten Zugang zu den Bewohnern der Siedlung.[...]

von Dieter Maier



Ein historisches Urteil gegen die Führung der Colonia Dignidad

von Dieter Maier

Am 27. November 2008 verurteilte Richter Jorge Zepeda Arancibia (Santiago) Paul Schäfer, Kurt Schnellenkamp (beide Führungsmitglieder der Colonia Dignidad) und Rudolf Cöllen wegen des Mordes 1974 an dem Chilenen Miguel Becerra (AZ: Rol Nº 12.293-2005) zu Haftstrafen. Schäfer, der bereits wegen Kindesmissbrauchs in Santiago in Haft sitzt, erhielt sieben Jahre Gefängnis, seine Mittäter je 541 Tage auf Bewährung wegen Verdunklung der Tat. Zudem wurden die Drei in einer parallel verhandelten Zivilklage zu 170 Millionen Pesos Entschädigung “wegen erlittener moralischer Schäden” an die Familie Becerras verurteilt [...]



Die lateinamerikanische Menschenrechtsbewegung

von Rainer Huhle

„Menschenrechte als Antwort auf Unrechtserfahrungen“ – diese Sicht auf die Menschenrechte, ihre Entstehung, Entwicklung und Durchsetzung hat sich, zum Beispiel im Rückblick auf den Nationalsozialismus und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, als sehr produktiv erwiesen. Der Blick auf die Entwicklung in Lateinamerika zeigt, wie gerade auch dort die lange schlummernde Idee der Menschenrechte erst dann aufgegriffen und zu einer kraftvollen Bewegung wird, als verschiedene Länder mit brutalen Militärdiktaturen überzogen werden. [...]



Nachtrag zu: “Mein ist die Rache”

von Friedrich Paul Heller

Der chilenische Offizier Miguel Krassnoff sitzt in Santiago eine Reihe von Haftstrafen ab, zu denen er wegen seiner Beteiligung an Folter und Morden in Pinochets Geheimdienst DINA verurteilt wurde. Im Gefängnis kündigte er an ein Buch zu schreiben. Dieses Buch liegt nun vor: Gisela Silva Encina: Miguel Krassnoff: Prisionero por servir a Chile. [...]



El caso de la chilena Gladys Dí­az – Examen del expediente sobre la liberación de una detenida

por Dieter Maier

El MIR chileno fue una organización de la nueva izquierda latinoamericana guiada por el ejemplo de Cuba, que realizó algunas acciones directas siguiendo el modelo de la guerrilla urbana durante los años sesenta. No obstante, como resultado de la discusión sobre la derrota de otros grupos guerrilleros de América Latina, apoyó en forma crí­tica al gobierno popular instaurado después de la victoria electoral del socialista Salvador Allende. El MIR tení­a su base en las universidades, poblaciones y en sectores de campesinos, desde donde organizó las ocupaciones de latifundios. Con posterioridad al golpe de 1973 preconizó la lucha armada, aún sin contar con los recursos para llevarla a cabo. El servicio de inteligencia DINA logró desarticular al MIR recurriendo a la tortura sistemática de los militantes detenidos. El MIR nunca tuvo más de 1.000 militantes, pero sí­ una cantidad considerablemente mayor de simpatizantes en sus organizaciones de frente de masas. [...]



Akteneinsicht zu einer Gefangenenbefreiung: Der Fall der Chilenin Gladys Dí­az

von Dieter Maier

Der chilenische MIR war eine Organisation der an Kuba orientierten neuen Linken in Lateinamerika, die in den sechziger Jahren nach dem Muster der Stadtguerilla einige Überfälle verübt hatte, dann aber die Niederlage anderer lateinamerikanischer Guerillagruppen diskutierte und nach dem Wahlsieg des Sozialisten Salvador Allende dessen Volksfrontregierung kritisch unterstützte. Er hatte seine Basis in Universitäten, Armenvierteln und bei Landarbeitern und organisierte Besetzungen von Großgrundbesitz. Nach dem Putsch propagierte er den bewaffneten Kampf, hatte aber nicht die Mittel ihn zu führen. Dem Geheimdienst DINA gelang es, den MIR durch systematische Folterungen seiner verhafteten Mitglieder zu zerschlagen. Der MIR hatte nie mehr als 1.000 Mitglieder, aber wesentlich mehr Sympathisanten in seinen Vorfeldorganisationen. [...]



“Äußerste Zurückhaltung” – die Colonia Dignidad und die deutsche Diplomatie 1961-1978

von Dieter Maier

Eine Akteneinsicht im Auswärtigen Amt, Berlin

Die Colonia Dignidad (heute: Villa Baviera) ist eine 1961 gegründete deutsche Sektensiedlung in Chile. Sie ging aus einer Abspaltung freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten) hervor. Ihr Führer Paul Schäfer floh 1961/62 mit seinen Anhängern nach Chile, da er wegen Kindesmissbrauchs von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde.
Schon zur Zeit der Auswanderung war die Sekte gegenüber dem Auswärtigen Amt (AA) konkret beschuldigt worden. Verwandte hatten sich an das AA und andere Behörden gewandt und geschrieben, die Ausreise einzelner Mitglieder sei womöglich nicht freiwillig gewesen. Seitdem gingen Dutzende von Briefen von Angehörigen bei der deutschen Botschaft in Santiago oder dem AA ein, die Missstände der Sekte während der Zeit in Siegburg schilderten und um Hilfe baten. Die Angehörigen mögen unter einem Vorwand in die Botschaft bestellt und ohne Dritte angehört werden, hieß es in solchen Briefen. Bei der Botschaft kamen Hilferufe von Siedlern an oder sie wurden von Verwandten aus Deutschland an die Botschaft oder das AA geschickt. [...]