<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Nürnberger Menschenrechtszentrum &#187; Child Soldiers</title>
	<atom:link href="http://www.menschenrechte.org/lang/en/tag/child-soldiersninos-soldadokindersoldaten/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.menschenrechte.org</link>
	<description>www.menschenrechte.org</description>
	<lastBuildDate>Mon, 06 Feb 2012 12:44:20 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.3.1</generator>
		<item>
		<title>Kindersoldaten &#8211; Unzureichende internationale Bestimmungen, Ansätze zur Eindämmung, und die spezielle Situation in Kolumbien</title>
		<link>http://www.menschenrechte.org/lang/en/lateinamerika/kindersoldaten-kolumbien</link>
		<comments>http://www.menschenrechte.org/lang/en/lateinamerika/kindersoldaten-kolumbien#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Jan 2005 08:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Colombia]]></category>
		<category><![CDATA[Latin America]]></category>
		<category><![CDATA[Child Soldiers]]></category>
		<category><![CDATA[Human Rights]]></category>
		<category><![CDATA[Violations of Human Rights]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.nmrz.de/?p=1370</guid>
		<description><![CDATA[<strong>von Rainer                  Huhle</strong>

Wo                  Krieg herrscht, sind Kinder wie alle Menschen Tod, Verletzung                  und Leid vielerlei Art ausgesetzt. Seit einige Jahren schon sterben                  in Kolumbien täglich ca. 20 Menschen in Folge des bewaffneten                  Konflikts. Mindestens einer dieser 20 Menschen täglich ist                  ein Kind. Als Teil der Zivilbevölkerung sind Kinder Opfer                  von Tretminen und Bomben, von Luftangriffen und Gewehrkugeln.                  Mit ihren Familien sind sie auf der Flucht vor Kriegsereignissen                  und müssen in prekären Elendssiedlungen Schutz suchen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Rainer                  Huhle</strong>, Dezember 2004</p>
<p style="text-align: right;">Rummenigge</p>
<p style="text-align: right;"><em>Ein                  Foto des Dreijährigen zeigt Rummenigge stolz hinter einem                  Fußball, der ihm bis zu den Knien reicht. Geboren wurde                  er in Kolumbien ein halbes Jahr nach der Weltmeisterschaft von                  1982, die seinen Vater zur Namensgebung des Sohnes inspirierte.                  Gestorben ist Rummenigge Perea Padilla am Nachmittag des 29. September                  1997, als er wieder einmal mit zwei Freunden in einem Fluss nicht                  weit seines Heimatortes im Valle de Cauca baden ging. Nie wird                  sein Vater erfahren, ob sein Traum von einem kolumbianischen Rummenigge                  in Erfüllung gegangen wäre, oder ob Rummenigge seinen                  eigenen Wunschtraum, Arzt zu werden, verwirklicht hätte. </em></p>
<p><em>Als                  Rummenigge und seine Freunde an jenem heißen Nachmittag                  die ersten Schüsse oberhalb des Flusses im Wald hörten,                  machten sie sich zunächst noch keine großen Sorgen.                  Doch als die Kugeln am Ufer einschlugen und sogar ins Wasser klatschten,                  und sie schließlich die Männer in Zivil und in Kampfanzügen                  sahen, die mit automatischen Gewehren auf sie anlegten, suchten                  sie in Panik ihre Kleider und den Weg durchs Gebüsch nach                  Hause. Zwei schafften es, Rummenigge war nicht schnell genug.                  Während sein Eltern noch verzweifelt nach ihm suchten, schrieben                  die Mörder bereits ihre Geschichte seines Todes, die am nächsten                  Tag als Polizeibericht veröffentlicht wurde: &#8220;Während                  einer Operation der Sondereinheit gegen Entführungen zur                  Befreiung des Industriellen &#8230; fand ein Guerillero den Tod. Neben                  seiner Leiche wurden ein AR-15-Gewehr und eine Handgranate gefunden.&#8221;</em></p>
<h2>Kinder                  und Krieg</h2>
<p>Wo                  Krieg herrscht, sind Kinder wie alle Menschen Tod, Verletzung                  und Leid vielerlei Art ausgesetzt. Seit einige Jahren schon sterben                  in Kolumbien täglich ca. 20 Menschen in Folge des bewaffneten                  Konflikts. Mindestens einer dieser 20 Menschen täglich ist                  ein Kind. Als Teil der Zivilbevölkerung sind Kinder Opfer                  von Tretminen und Bomben, von Luftangriffen und Gewehrkugeln.                  Mit ihren Familien sind sie auf der Flucht vor Kriegsereignissen                  und müssen in prekären Elendssiedlungen Schutz suchen.</p>
<p>Wenn                  sich das moderne Kriegsrecht und zahlreiche eigene Instrumente                  des internationalen Menschenrechts in besonderer Weise mit der                  Situation und dem Schutz von Kindern in Kriegs- und Bürgerkriegssituationen                  befassen, muss es dafür auch besondere Gründe geben.                  Im wesentlichen sind es zwei:</p>
<ul>
<li>In allen Kulturen gelten Kinder als besonders schutzbedürftig.                  Erhebliche Unterschiede gibt und gab es allerdings bei der Grenzziehung                  zwischen Kindheit und Erwachsenenstatus, ein Problem, das sich                  u.a. in den unterschiedlichen Altersfestsetzungen in verschiedenen                  Instrumenten des Kinderschutzes spiegelt.</li>
<li>Kinder sind in Kriegssituationen einer Reihe von besonderen                  Gefährdungen ausgesetzt. Eine besonders gravierende ist der                  Missbrauch von Kindern als Soldatinnen und Soldaten, wodurch sie                  zugleich Opfer und Täter werden.</li>
</ul>
<p>Die                  besondere Schutzwürdigkeit von Kindern in bewaffneten Konflikten                  sollte allerdings nicht dazu führen, das Schicksal der Kinder                  isoliert zu sehen. Kinder haben Eltern, sind Teil von Großfamilien                  mit engen Bindungen, stammen oft aus dörflichen oder nachbarschaftlichen                  Gemeinschaften, die alle mitbetroffen sind, und bisweilen auch                  mitschuldig, wenn Kinder in Kriegshandlungen verwickelt werden.                  Programme, die zum Ziel haben, Kinder aus dem Krieg zu holen und                  ihnen wieder einer ihrer Altersstufe entsprechenden Entwicklungsmöglichkeit                  zu öffnen, müssen das berücksichtigen.</p>
<p>Im                  Schicksal von Kindersoldaten spiegelt sich die Grausamkeit moderner                  Bürgerkriege in drastischer Weise. Die neueren Kriege sind                  fast durchgehend innerstaatliche Konflikte. Die klassische kriegsrechtliche                  Unterscheidung von Kombattanten und Zivilbevölkerung gilt                  in ihnen wenig. Die Einbeziehung von Kindern in das Kriegsgeschehen                  ist ein charakteristischer Teil dieser Tendenz zur Durchdringung                  der Gesellschaft durch die kämpfenden Parteien. Nach Schätzungen                  der &#8220;International Coalition to Stop the Use of Child Soldiers&#8221;                  gibt es rund eine halbe Million Minderjährige, die in den                  regulären oder irregulären Streitkräften und illegalen                  bewaffneten Gruppen in 85 Ländern der Erde als Kindersoldaten                  missbraucht werden. Entsprechend finden sich die meisten Kindersoldaten                  in den Ländern mit langanhaltenden internen Konflikten: Myanmar,                  Kongo, Liberia, und an vierter Stelle Kolumbien.</p>
<p>Ende                  2000 kam es im Nordosten Kolumbiens zu einem Gefecht zwischen                  einer Gruppe der &#8220;Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens&#8221;                  (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia, FARC) und der Armee.                  Nach diesem &#8220;Operation Berlin&#8221; genannten Kampf blieben                  46 tote Guerilleros auf dem Schlachtfeld zurück. Von diesen                  waren 20 Kinder, Jungen und Mädchen. Außerdem machte                  die Armee 72 Gefangene, von denen wiederum 32 Minderjährige                  waren, 19 davon 15-jährig und jünger. Die Gesamtzahl                  der Minderjährigen in den Reihen der bewaffneten Gruppen                  Kolumbiens wird auf 7.000 bis 14.000 geschätzt. Das bedeutet,                  dass ein Viertel bis die Hälfte der Angehörigen dieser                  illegalen bewaffneten Gruppen Kinder und Jugendliche sein dürften.</p>
<p>Die                  unterschiedlichen Zahlen erklären sich nicht nur durch die                  Interessen der jeweiligen Organisationen, die sie vorlegen, und                  durch die Schwierigkeiten, die Daten zu erheben. Es gibt auch                  erhebliche Unterschiede in der Definition dessen, was Kindersoldaten                  sind. Eine ausreichend breite, gleichwohl hinreichend präzise                  Definition liegt den 1997 für den afrikanischen Kontinent                  verabschiedeten &#8220;Cape Town Principles&#8221; zugrunde:</p>
<p>&#8220;Ein                  Kindersoldat ist jede Person unter 18 Jahren, die Teil jeder Art                  von regulären oder irregulären bewaffneten Streitkräften                  oder bewaffneten Gruppen ist. Dabei ist es unerheblich, welche                  Funktion sie dort ausführt. Dies schließt Köche,                  Träger, Boten und diejenigen ein, die solche Gruppen begleiten,                  es sei denn, es handele sich um Familienmitglieder. Auch Mädchen,                  die für sexuelle Zwecke oder erzwungene Heiraten rekrutiert                  wurden, sind inbegriffen. Eine Beschränkung auf Kinder, die                  Waffen tragen oder Waffen getragen haben, ist daher ausgeschlossen.&#8221;</p>
<p>Zu                  den hier aufgeführten Tätigkeiten von Kindersoldaten                  jenseits des bewaffneten Kampfs im engen Sinn kommen in Kolumbien                  und anderswo vor allem noch die nachrichtendienstlichen Arbeiten,                  für die gerade Kinder oft am geeignetsten scheinen, die sie                  aber einem hohen Risiko aussetzen.</p>
<h2>Kinderschutz</h2>
<p>Kinderschutzorganisationen                  wie terre des hommes oder die Kindernothilfe in Deutschland, aber                  auch die großen Menschenrechtsorganisationen wie amnesty                  international oder Human Rights Watch, UN-Organe wie UNICEF und                  auch der Weltsicherheitsrat haben sich schon seit langem darauf                  verständigt, dass Kindersoldaten vor allem als Opfer zu betrachten                  sind &#8211; auch wenn sie bisweilen schreckliche Verbrechen in dieser                  Rolle begangen haben.</p>
<p>Dahinter                  steckt die Einsicht, gewonnen aus den Lebensgeschichten zahlreicher                  Kindersoldaten, dass ein Kind, das zum Kindersoldaten wird, fast                  immer schon vorher Opfer war. Was bringt Kinder dazu, in bewaffneten                  Verbänden gleich welcher Couleur mitzumachen? Fast immer                  steht hinter diesem Schritt eine Kombination verschiedener Ursachen:</p>
<ul>
<li>
<div>
<p>Gravierende                    familiäre Probleme: zerstörte Familien, Zerwürfnis                    mit den Eltern oder einem Elternteil, sexueller Missbrauch u.ä.                    &#8211; also eine Flucht aus unerträglichen Verhältnissen                    in einen Verband, von dem sich das Kind oder die Jugendlichen                    Unterstützung und Schutz erhoffen.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Armut:                    Schon eine geringe Entlohnung oder auch nur eine regelmäßige                    Verpflegung können bei extremer Armut Motiv sein, sich                    einer bewaffneten Gruppe anzuschließen. Manche Kinder                    treffen eine solche Entscheidung selbst, andere werden von ihren                    Eltern gewissermaßen abgegeben.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Verzweiflung,                    Rache u.ä.: Kinder, deren Angehörige von einer bewaffneten                    Gruppe umgebracht oder verschleppt wurden, gehen zu der gegnerischen                    Partei, wenn und weil keine Macht für Gerechtigkeit sorgt.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Gewohnheit:                    In manchen Gegenden üben bewaffnete Gruppen über lange                    Zeit eine quasistaatliche Gewalt aus. Jugendliche wachsen dann                    fast von selbst in diese Gruppen hinein.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Status:                    die Faszination der Waffen und der mit ihnen verbundenen Macht                    wirkt vor allem auf männliche Jugendliche stark, vor allem                    wenn sie in Wirklichkeit ohnmächtig sind. In vielen Fällen                    bieten die bewaffneten Gruppen die einzige Möglichkeit,                    sozialen Status zu erwerben.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Zwangsrekrutierung:                    Kinder und Jugendliche werden von der Straße weg oder                    aus Elternhaus oder Schule entführt und gewaltsam zum Eintritt                    gezwungen. Oder aber die Eltern werden verpflichtet, eines oder                    mehrere Kinder abzugeben.</p>
</div>
</li>
</ul>
<div>
<p>Gerade                  diese letztgenannte Art der Zwangsrekrutierung zeigt, wie eng                  das Problem der Rekrutierung mit der Dramatik des gesamten Krieges                  für die Zivilbevölkerung verzahnt ist. Zwangsrekrutierung                  ist nicht nur ein Problem der Kinder, ganze Familien und ganze                  Dörfer und Landstriche sind davon betroffen. Nach Angaben                  der UN-Flüchtlingsorganisation (UNHCR) gehen mindestens sechs                  Prozent der jährlich ca. 150.000 neuen Flüchtlinge in                  Kolumbien auf das Konto dieser Zwangsrekrutierungen von Kindern,                  d.h. rund 9000 Personen geben jedes Jahr Haus und Land auf und                  fliehen allein deshalb mit ihren Kindern in die Elendssiedlungen                  der Städte, um diese vor dem Zugriff der bewaffneten Gruppen                  zu schützen. Wie Studien gezeigt haben, zerbrechen die Familien                  darüber oft.</p>
<p>Menschenrechts-                  und Kinderschutzorganisationen gehen davon aus, dass die Gründe,                  warum Kinder sich den bewaffneten Gruppen anschließen, zwar                  vielfältig sind, dass aber in keinem Fall von einer autonomen                  freien Entscheidung des Kindes gesprochen werden kann, die ihm                  eine strafrechtliche Verantwortlichkeit auferlegen würde.                  Damit ist nicht gesagt, dass Kinder und Jugendliche nicht fähig                  seien, eigenständige moralische Entscheidungen zu treffen.                  Aber in aller Regel überwiegen die Zwänge, die bei einem                  Kind noch viel stärker als bei einem benachteiligten Erwachsenen                  wirken. Daher müssen Kinder und Jugendliche in erster Linie                  als schutzbedürftige Opfer gesehen werden.</p>
<p>Die                  Entwicklung des internationalen Rechts seit dem Zweiten Weltkrieg                  und vielfach auch die nationale Gesetzgebung sind ihnen darin                  ein großes Stück gefolgt. Das war nicht immer so.</p>
<h2>Was                  ist ein Kind?</h2>
<p>Historische                  und kulturell werden die Grenzen zwischen Kindheit und Erwachsenenalter                  sehr unterschiedlich gezogen. Besonders deutlich zeigt sich das                  an zwei in traditionellen Gesellschaft rituell reich begleiteten                  Marksteinen dieses Übergangs: dem Zeitpunkt, an dem ein Mädchen                  heiratsfähig wird, und eben dem Moment, ab dem ein Junge                  als Kämpfer gelten kann. Kindersoldaten haben zwar in den                  letzten Jahren aufgrund der grausamen &#8220;Neuen Kriege&#8221;                  wieder zugenommen, in vielen Teilen der Welt waren sie aber in                  der Geschichte des Krieges selbstverständlich. Selbst das                  moderne Recht weist noch bemerkenswerte Spuren einer Altersgrenze                  auf, die uns heute inhuman erscheint.</p>
<p>Die                  Genfer Konventionen etwa, die so viele starke Schutzbestimmungen                  für die Zivilbevölkerung, die kämpfenden Soldaten                  und die Kriegsgefangenen festgeschrieben haben, lassen Soldaten                  ab dem 15. Lebensjahr zu. Die 1949 verabschiedeten vier Genfer                  Abkommen erwähnen das Thema gar nicht explizit. In Artikel                  77 des 1977 beschlossenen 1. Zusatzprotokolls zu den Konventionen,                  in dem Regeln für den Schutz der Zivilbevölkerung in                  bewaffneten Konflikten ausformuliert wurden, heißt es:</p>
<p>&#8220;2.                  Die am Konflikt beteiligten Parteien treffen alle praktisch durchführbaren                  Maßnahmen, damit Kinder unter fünfzehn Jahren nicht                  unmittelbar an Feindseligkeiten teilnehmen; sie sehen insbesondere                  davon ab, sie in ihre Streitkräfte einzugliedern. Wenn die                  am Konflikt beteiligten Parteien Personen einziehen, die bereits                  das fünfzehnte, aber noch nicht das achtzehnte Lebensjahr                  vollendet haben, bemühen sie sich, zuerst die Ältesten                  heranzuziehen.&#8221;</p>
<p>Und                  im 2. Zusatzprotokoll vom gleichen Jahr, das speziell den Schutz                  der Opfer innerstaatlicher bewaffneter Konflikte regelt, heißt                  es (Art.4,3):</p>
<p>&#8220;Insbesondere                  dürfen Kinder unter fünfzehn Jahren weder in Streitkräfte                  oder bewaffnete Gruppen eingegliedert werden noch darf ihnen die                  Teilnahme an Feindseligkeiten erlaubt werden.&#8221;</p>
<p>Das                  ist der Stand im Humanitären Völkerrecht bis heute.                  Er ist mit dieser niedrigen Altersgrenze selbst noch in das Römische                  Statut des Internationalen Strafgerichtshofs eingegangen. Immerhin                  bedeutet das aber, dass der Einsatz von Kindern unter 15 Jahren                  heute ein Kriegsverbrechen ist, das letztlich auch vor diesen                  internationalen Strafgerichtshof gebracht werden kann. Andererseits,                  da das humanitäre Völkerrecht das einzige internationale                  Recht ist, an das auch nichtstaatliche Gruppen ohne Zweifel gebunden                  sind, ist es nicht verwunderlich, dass sie sich in ihrem guten                  Recht fühlen, wenn sie Jugendliche ab 15 rekrutieren. Freilich                  missbrauchen sie auch noch viel jüngere Kinder.</p>
<p>1990                  trat das wohl wichtigste (und mit mittlerweile mehr als 190 Zeichnungen                  auch das nominell &#8220;erfolgreichste&#8221;) Instrument des Kinderschutzes                  in Kraft, das Übereinkommen über die Rechte des Kindes,                  meist einfach Kinderrechtskonvention genannt. Der entscheidende                  Fortschritt dieser Konvention liegt, wie ihr Name andeutet, dass                  Kinder in ihr zwar, das liegt in der Natur der menschlichen Entwicklung,                  als schutzbedürftig in vieler Hinsicht definiert werden,                  dass sie aber als eigenständige Personen mit entsprechenden                  Rechten erstmals explizit anerkannt werden.</p>
<p>Wo                  zieht die 1990 in Kraft getretene Kinderrechtskonvention nun die                  Grenze zwischen schutzbedürftigen Kindern und Erwachsenen?                  Erstaunlicherweise immer noch bei 15 Jahren! Die Problematik von                  Kindern im Krieg regelt Artikel 38 der Konvention. Dort heißt                  es:</p>
<p>&#8220;Die                  Vertragsstaaten treffen alle durchführbaren Maßnahmen,                  um sicherzustellen, dass Personen, die das fünfzehnte Lebensjahr                  noch nicht vollendet haben, nicht unmittelbar an Feindseligkeiten                  teilnehmen.&#8221; (Absatz 2)</p>
<p>&#8220;Die                  Vertragsstaaten nehmen davon Abstand, Personen, die das fünfzehnte                  Lebensjahr noch nicht vollendet haben, zu ihren Streitkräften                  einzuziehen. Werden Personen zu den Streitkräften eingezogen,                  die zwar das fünfzehnte, nicht aber das achtzehnte Lebensjahr                  vollendet haben, so bemühen sich die Vertragsstaaten, vorrangig                  die ältesten einzuziehen.&#8221; (Absatz 3)</p>
<p>Also                  auch die viel gelobte Kinderrechtskonvention verbietet nicht grundsätzlich,                  dass Fünfzehnjährige in den Krieg ziehen! So stark war                  und ist noch immer die Lobby der Kriegsherren. Dabei trat sie                  in einer Zeit in Kraft, als z.B. in Afrika die Gräuel in                  aller Deutlichkeit zutage traten, die Kinder in den dortigen Kriegen                  erlitten &#8211; und teilweise auch ausübten. Es war denn auch                  eine Afrikanerin, Graça Machel, die ehemalige Erziehungsministerin                  von Mozambique, das einen der grausamsten Kriege der Zeit seit                  1945 erlebt hatte, die in einem Bericht an die UNO auf den Skandal                  der Kindersoldaten nachdrücklich hinwies. Ihr Bericht gab                  den langjährigen Bemühungen um eine Änderung der                  Altergrenze Auftrieb.</p>
<p>Aber                  nicht der Text der Konvention wurde geändert, stattdessen                  wurde ab 1994 ein Zusatzprotokoll zur Kinderrechtskonvention erarbeitet,                  das im Jahr 2000 von der Generalversammlung der UNO angenommen                  wurde und schließlich 2002 in Kraft trat. Es bindet, wie                  jeder völkerrechtliche Vertrag, allerdings zunächst                  nur die Staaten, die es ratifiziert haben. Das sind bis heute                  87 &#8211; Deutschland hat das Protokoll zwar im Jahr 2000 unterzeichnet,                  die Ratifizierung steht aber noch aus.</p>
<p>Dieses                  Zusatzprotokoll bringt nun in der Tat einige wichtige Fortschritte                  zur Verhütung des Einsatzes von Kindern in Kriegen. Zwar                  gestattet das Zusatzprotokoll noch immer die Einziehung von &#8220;Freiwilligen                  unter 18 Jahren&#8221; in die Streitkräfte. Von der Möglichkeit,                  freiwillig auf diese Option bei der Ratifizierung zu verzichten                  und damit anderen Staaten ein Vorbild zu geben, hat leider auch                  die Bundesrepublik Deutschland bei der Unterzeichnung keinen Gebrauch                  gemacht.</p>
<p>Das                  Zusatzprotokoll macht den Staaten aber eine Reihe von Auflagen                  für den Fall, dass immer noch Minderjährige rekrutiert                  werden. Artikel 4 des Protokolls verpflichtet die Staaten, &#8220;alle                  durchführbaren Maßnahmen&#8221; zu ergreifen, um die                  Beteiligung von Jugendlichen unter 18 Jahren an &#8220;bewaffneten                  Gruppen, die nicht Streitkräfte eines Staates sind&#8221;                  zu unterbinden. Sie müssen dies auch unter Strafe stellen.</p>
<p>Gleichzeitig                  hat auch der Weltsicherheitsrat in bisher vier Resolutionen das                  Thema der Kinder im Krieg aufgegriffen und sich gegen ihre Beteiligung                  an bewaffneten Konflikten ausgesprochen. Der Generalsekretär                  hat einen eigenen Sonderbeauftragten, den Ugander Olara Otunnu,                  für diese Problematik ernannt. Und auch eine UN-Sonderorganisation,                  von der man das vielleicht nicht erwartet hätte, die Internationale                  Arbeitsorganisation (ILO) meldete sich zu Wort. Sie verabschiedete                  1999 ein Übereinkommen (die ILO-Konvention 182), in der die                  &#8220;schlimmsten Formen der Kinderarbeit&#8221; verurteilt und                  verboten werden, darunter Prostitution, Drogenhandel und andere                  illegale Tätigkeiten, gesundheitsschädliche Arbeiten                  und nicht zuletzt alle Formen der Sklaverei oder sklavenähnlicher                  Arbeit. Und dazu zählt die ILO ausdrücklich auch die                  Rekrutierung von Kindern für bewaffnete Konflikte. In Art.                  3 der Konvention heißt es sehr deutlich:</p>
<p>&#8220;Im                  Sinn dieses Übereinkommens umfasst der Ausdruck “šdie                  schlimmsten Formen der Kinderarbeit&#8217;: a) alle Formen der Sklaverei                  oder alle sklavereiähnlichen Praktiken, wie den Verkauf von                  Kindern und den Kinderhandel, Schuldknechtschaft und Leibeigenschaft                  sowie Zwangs- oder Pflichtarbeit, einschließlich der Zwangs-                  oder Pflichtrekrutierung von Kindern für den Einsatz in bewaffneten                  Gruppen.&#8221;</p>
<h2>Kolumbien</h2>
<p>Internationales                  Recht hilft wenig, solange es nicht in den einzelnen Staaten auch                  umgesetzt wird. Kolumbien ist hier einige wichtige Schritte gegangen.                  Ein nationales Gesetz verbietet den Streitkräften, Minderjährige                  zum Kriegsdienst einzuziehen, selbst wenn sie sich freiwillig                  melden. Die 7.000 bis 14.000 Kindersoldaten sind also heute im                  wesentlichen in den Reihen der Guerilla und der paramilitärischen                  Gruppen zu suchen &#8211; letztere arbeiten allerdings oft sehr eng                  mit den offiziellen Militärs zusammen. Unter den Kindersoldaten                  findet sich eine hohe Zahl von Mädchen, die einerseits ebenfalls                  an den Kämpfen teilnehmen, andererseits meist auch für                  sexuelle Dienste missbraucht werden. Eindrucksvoll haben jüngst                  die Soziologin Yvonne Keairns und der Schriftsteller Germán                  Castro das Schicksal von Kindersoldatinnen dokumentiert.</p>
<p>Die                  Haltung der einzelnen kämpfenden Gruppen ist durchaus unterschiedlich.                  Die Militärs ziehen Kinder nicht mehr ein, benutzen sie allerdings                  &#8211; entgegen den Vorschriften &#8211; noch immer gern als Spitzel. Die                  Paramilitärs leugnen schlicht, dass sie Kinder in ihren Reihen                  beschäftigen. Die Guerilla hingegen rechtfertigt den Einsatz                  von Kindern ganz offen. Im Jahr 2000 organisierten NGOs und halboffizielle                  Institutionen ein Symposium zum Thema, auf dem auch eine Vertreterin                  der FARC, &#8220;Comandante Mariana&#8221; per Telefon zugeschaltet                  wurde. U.a. erklärte sie:</p>
<p>&#8220;Wir                  haben eine große Zahl von jungen Leuten über 15 Jahren                  in unseren Reihen. Sie träumen von einem besseren Land für                  ihre Familien, für sich selbst und für alle, die unter                  ähnlichen Bedingungen leben müssen. Deshalb trafen sie                  die Entscheidung, sich den FARC anzuschließen. In Ausnahmefällen                  akzeptieren wir sogar Personen unter 15 Jahren, denn weder der                  Staat noch die Gesellschaft, ja nicht einmal ihre Familien sind                  bereit, ihnen eine Chance auf ein würdiges Leben zu geben.                  Wir sollten deswegen nicht schockiert sein, sondern lieber einen                  Blick auf die Optionen werfen, die diese Gesellschaft, die uns                  so kritisiert, ihnen bietet: Straßenbettelei, den Anschluss                  an kriminelle Banden in städtischen Elendsvierteln, Hilfsdienste                  für Drogenschmuggler, Spitzeldienste für Sicherheitsdienste                  in deren schmutzigem Krieg, informelle Arbeit wie Altpapiersammeln,                  Prostitution oder Auftragsmord“¦ Kein Kind sollte im Krieg                  sein, niemand sollte im Krieg sein, es sollte überhaupt keinen                  Krieg geben. Unseligerweise aber lassen die wirtschaftlichen und                  politischen Machthaber in unserem Land dem kolumbianischen Volk                  keine andere Wahl als den bewaffneten Aufstand.&#8221; (zit. nach                  <a href="http://www.derechoshumanos.gov.co/observatorio/04_publicaciones/04_02_temas/ninez_conflicto/webingles" target="_blank">http://www.derechoshumanos.gov.co/observatorio/04_publicaciones/04_02_temas/ninez_conflicto/webingles</a>/                  (6.9.2004)</p>
<p>Von                  Seiten der illegalen bewaffneten Gruppen ist also vorerst nicht                  zu erwarten, dass sie von der Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen                  ablassen. Fortschritte sind in Kolumbien allerdings bei der gesetzlichen                  Regelung zweier wichtiger Komplexe zu verzeichnen:</p>
</div>
<ul>
<li>
<div>
<p>das                    erwähnte Verbot, in den Streitkräften Minderjährige                    unter 18 Jahren einzuberufen.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>die                    Freiheit von Strafverfolgung für minderjährige Mitglieder                    illegaler bewaffneter Gruppen.</p>
</div>
</li>
</ul>
<div>
<p>Die                  letztgenannte Regelung ist besonders wichtig. Sie ist unabdingbare                  Voraussetzung, wenn es darum geht, Strategien und Politiken zu                  entwickeln, Kinder und Jugendliche wieder aus den bewaffneten                  Gruppen herauszuholen. Der Verzicht auf strafrechtliche Verfolgung                  &#8211; auch nach dem Jugendstrafrecht &#8211; ist ein wichtiger Gesichtspunkt,                  wenn Jugendliche den Schritt heraus aus den bewaffneten Gruppen                  wagen sollen. Und er ist Grundlage dafür, dass die zuständigen                  Behörden und die engagierten Nichtregierungsorganisationen                  die ungemein schwierige Aufgabe sinnvoll anpacken können,                  diesen Kindern seelisch, sozial und materiell beizustehen und                  ihnen die Chance einer anderen Zukunft zu eröffnen.</p>
<h2>Der                  Ausstieg</h2>
<p>Wie                  kommen Kindersoldaten aus dem Krieg wieder heraus? So wie es ganz                  unterschiedliche Gründe gibt, warum Kinder sich diesen Gruppen                  anschließen, gibt es auch verschiedene Weg heraus.</p>
<p>Die                  kleinere der beiden Guerillagruppen, die &#8220;Nationale Befreiungsarmee&#8221;                  (Ejército de Liberación Nacional, ELN), scheint                  zumindest in einer Reihe von Fällen zuzulassen, dass minderjährige                  Mitglieder sich wieder zurückziehen, soweit sie darin keine                  Gefährdung ihrer militärischen Position sieht. Bei den                  FARC und bei den Paramilitärs gibt es diese Möglichkeit                  dagegen kaum. Auf Desertion steht die Todesstrafe. Dennoch haben                  nach Angaben der zuständigen Behörde im Sozialministerium                  (ICBF: &#8220;Instituto Colombiano de Bienestar Familiar&#8221;                  &#8211; Kolumbianisches Institut für das Wohl der Familie) seit                  1999 etwa 1.800 Kinder und Jugendliche die bewaffneten Gruppen                  verlassen. Außer den geringen Möglichkeiten, dies mit                  Zustimmung der Gruppen zu tun, geschieht das hauptsächlich                  auf folgenden Wegen:</p>
</div>
<ul>
<li>
<div>
<p>Kriegsgefangenschaft:                    Die Kinder werden bei Gefechten mit der Armee gefangen genommen.                    Nach der neuen gesetzlichen Lage müssen die Streitkräfte                    minderjährige Gefangene innerhalb von 36 Stunden an das                    ICBF übergeben.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Flucht:                    Eine gefährliche, sich aber gleichwohl unter den Bedingungen                    des irregulären Krieges immer wieder ergebende Möglichkeit.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>Aufgabe:                    Gelegentlich lassen die bewaffneten Gruppen kranke oder sonst                    wie &#8220;unbrauchbare&#8221; Kinder zurück.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>&#8220;Feindliche Übergabe&#8221;: Gelegentlich übergeben                    bewaffnete Gruppen Minderjährige, die sie im Kampf mit                    der Gegenpartei (Guerilla oder Paramilitärs) gefangen genommen                    haben, an die Armee oder staatliche Behörden. Dies ist                    Teil des Propagandakriegs. Oft aber werden diese Kinder gezwungen,                    auf der anderen Seite weiterzukämpfen.</p>
</div>
</li>
<li>
<div>
<p>&#8220;Freundliche Übergabe&#8221;: In bestimmten politischen                    Konstellationen ist es vorgekommen, dass eine bewaffnete Gruppe                    Kinder aus ihren Reihen als Geste von good will an die Behörden                    übergeben hat.</p>
</div>
</li>
</ul>
<p>Die                  schwierige Arbeit, diese Kinder und Jugendlichen, die in einigen                  Fällen acht oder mehr Jahre, also bisweilen den größten                  Teil ihres Lebens, als Kindersoldaten verbracht haben, wieder                  in ein ziviles Leben zurückzuführen und, wichtiger noch,                  ihnen eine Zukunftsperspektive außerhalb der bewaffneten                  Gruppen zu eröffnen, bleibt dann Behörden wie dem ICBF                  und Nicht-Regierungsorganisationen überlassen. Kolumbien                  hat dabei in den letzten Jahren Beachtliches geleistet. Nach übereinstimmenden                  Angaben der Behörde und von Nicht-Regierungsorganisationen                  ist es z.B. in den Heimen, in denen ehemalige Kindersoldatinnen                  und -soldaten aus den verfeindeten Parteien in der Regel gemeinsam                  leben, zu keinen gravierenden Zwischenfällen gekommen. Auch                  ist es bisher gelungen, die Kriegsparteien davon abzuhalten, ausgestiegene                  Kindersoldaten aus diesen Einrichtungen wieder zu entführen.</p>
<p>Zahlen                  über Jugendliche bzw. dann auch junge Erwachsene, die nach                  einem Ausstieg freiwillig wieder in eine &#8211; durchaus auch die gegnerische                  &#8211; Partei zurückkehren, gibt es nicht. Dass es nicht selten                  vorkommt, bestätigen alle, die sich mit dem Problem der Kindersoldaten                  beschäftigen. Die Gründe, die ein Kind einst in den                  Krieg trieben, sind trotz der Anstrengungen in den Ausstiegsprogrammen                  nur teilweise zu beseitigen. Das Problem der Kindersoldaten ist                  durch solche Programme nur in sehr begrenztem Umfang zu lösen.                  Während es gelingt, einige Kinder und Jugendliche aus<br />
Konflikt herauszuholen, schließen sich viele andere den                  bewaffneten Gruppen an. Für die vielen Menschen, die sich                  in Kolumbien für ein Ende des Missbrauchs von Kindern im                  Krieg einsetzen, kann das kein Grund sein, ihr Engagement für                  die betroffenen Kinder einzustellen. Aber sie wissen, dass es                  erst zum Ziel führen wird, wenn der bewaffnete Konflikt und                  seine sozialen Ursachen ein Ende finden.</p>
<p>_________________</p>
<h2>Literatur:</h2>
<p>Bello,                  Martha Nubia / Sandra Ruiz Ceballos: Conflicto Armado, Niñez                  y Juventud. Una perspectiva psicosocial, Bogotá: Universidad                  Nacional 2002</p>
<p>Bello,                  Martha Nubia / Leonardo Mantilla / Claudia Mosquera / Edna Ingrid                  Camelo: Relatos de la violencia. Impactos del desplazamiento forzado                  en la niñez y la juventud, Bogotá: Universidad Nacional                  2000</p>
<p>Bermúdez,                  Jhon Alexander: &#8220;Implicaciones psicosociales del conflicto                  armado en los jóvenes&#8221;, in: Martha Nubio Bello (ed.):                  Desplazamiento forzado. Dinámicas de guerra, exclusión                  y desarraigo, Bogotá: Universidad Nacional / ACNUR 2004,                  S. 219-231</p>
<p>Castro                  Caycedo, Germán: Más allá de la noche. Una                  historia de amor y de guerra, Bogotá: Planeta 2004</p>
<p>Coalición                  contra la vinculación de niños, niñas y jóvenes                  al conflicto armado en Colombia: Niños, niñas, jóvenes                  y conflicto armado. Análisis jurí­dico de legislación                  internacional y colombiana, Bogotá 2002</p>
<p>Coalición                  contra la vinculación de niños, niñas y jóvenes                  al conflicto armado en Colombia: Boletí­n Putchipu, verschiedene                  Nummern</p>
<p>Coalition to Stop the Use of Child Soldiers: Child Soldiers 1379                  Report, London 2002</p>
<p>Coalition                  to Stop the Use of Child Soldiers: Child Soldier Use 2003, A Briefing                  for the 4th UN Security Council Open Debate on Children and Armed                  Conflict, London 2004</p>
<p>Comisión                  Colombiana de Juristas: Colombia: veinte razones para afirmar                  que la situación de derechos humanos y de derecho humanitario                  es muy grave y tiende a empeorar (Balance del año 2003),                  Bogotá 2004</p>
<p>Defensorí­a                  del Pueblo: Derechos Humanos de la niñez en Colombia, Bogotá                  s.a. (2003)</p>
<p>Defensorí­a                  del Pueblo: &#8220;La niñez en el conflicto armado colombiano&#8221;,                  La Niñez y sus derechos, Boletí­n No. 8, Bogotá                  2002</p>
<p>Dí­az,                  Carmen Lucí­a: &#8220;Niños y niñas en el conflicto                  armado: ¿Ví­ctimas o actores?&#8221;, in: Bello, Martha                  Nubia / Sandra Ruiz Ceballos: Conflicto Armado, Niñez y                  Juventud. Una perspectiva psicosocial, Bogotá: Universidad                  Nacional 2002, pp. 65-76</p>
<p>Duque,                  Haidy: &#8220;Niños, niñas y jóvenes vinculados                  a la guerra: La prevención, un desafí­o urgente&#8221;,                  in: Martha Nubio Bello (ed.): Desplazamiento forzado. Dinámicas                  de guerra, exclusión y desarraigo, Bogotá: Universidad                  Nacional / ACNUR 2004, S. 233-242</p>
<p>González                  Uribe, Guillermo: &#8220;Historias de los niños de la guerra&#8221;,                  in: Revista Número, No. 34, Separata, (<a href="http://www.revistanumero.com/34sepa.htm" target="_blank">http://www.revistanumero.com/34sepa.htm</a>)</p>
<p>González                  Uribe, Guillermo: Los niños de la guerra, Bogotá                  2002 (Planeta)</p>
<p>Hernández                  Delgado, Esperanza: Inocencia silenciada“¦ Niñez afectada                  por el conflicto armado en Santander, Gobernación de Santander                  2003</p>
<p>Human                  Rights Watch: You&#8217;ll Learn Not to Cry: Child Combatants in Colombia,                  New York 2003</p>
<p>Keairns,                  Yvonne E.: Voces de jóvenes excombatientes &#8211; Colombia,                  Bogotá: Comité Andino de Servicios / Quaker United                  Nations Office 2004</p>
<p>Organización                  Internacional para las Migraciones: Derechos de la niñez                  en situación de conflicto armado. Mapas de Vulnerabilidad,                  Riesgos y Oportunidad, Bogotá 2004</p>
<p>Páez,                  Erika: &#8220;No queremos que nos limiten nuestros sueños                  de niña&#8221; &#8211; Las niñas en el conflicto armado                  en Colombia, Bogotá: Terre des Hommes Deutschland s.a.                  (2002)</p>
<p>Vicepresidencia                  de la República: Children and the Armed Conflict in Colombia,                  <a href="http://www.derechoshumanos.gov.co/observatorio/04_publicaciones/04_02_temas/ninez_conflicto/webingles/" target="_blank">http://www.derechoshumanos.gov.co/observatorio/04_publicaciones/04_02_temas/ninez_conflicto/webingles/</a> (6.9.04)</p>
<p>Watchlist                  on Children and Armed Conflict: Colombia: La guerra en los niños                  y las niñas, New York 2004<br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3ac49b32c47540f8ab9d915925e78173" width="1" height="1" alt=""></p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.menschenrechte.org/lang/en/lateinamerika/kindersoldaten-kolumbien/feed</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

