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	<title>Nürnberger Menschenrechtszentrum &#187; Chile</title>
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		<title>Chile setzt ein Zeichen – Das Museo de Memoria y los Derechos Humanos (Museum der Erinnerung und der Menschenrechte) in Santiago</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Jan 2011 09:58:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Novedades]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>von Rainer Huhle</strong>

An zentraler Stelle in Chiles Hauptstadt Santiago, mit eigenem U-Bahn-Eingang, steht seit Dezember 2009 ein gewaltiger Neubau von rund 9000 Quadratmetern auf vier Stockwerken, den Präsidentin Bachelet am 11. Januar 2010 als Museum zur Erinnerung an die Menschenrechtsverletzungen der Pinochet-Diktatur eröffnete. [...]
&#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Rainer Huhle</strong></p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000370.jpg"><img style="border: 0px solid white; margin: 2px 20px 20px 0px;" title="Foto 370" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000370.jpg" alt="Foto 370" width="302" height="227" align="LEFT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&#60; Das Museo de Memoria y los Derechos Humanos</em></p>
</blockquote>
<p>An zentraler Stelle in Chiles Hauptstadt Santiago, mit eigenem U-Bahn-Eingang, steht seit Dezember 2009 ein gewaltiger Neubau von rund 9000 Quadratmetern auf vier Stockwerken, den Präsidentin Bachelet am 11. Januar 2010 als Museum zur Erinnerung an die Menschenrechtsverletzungen der Pinochet-Diktatur eröffnete. Wenige Wochen später musste das neue Museum allerdings für fast ein halbes Jahr geschlossen werden. Das gewaltige Erdbeben in Chile am 27. Februar konnte dem Bau selbst zwar nichts anhaben, die aufwendige Innenausstattung wurde jedoch erheblich beschädigt. Doch inzwischen ist alles repariert, die großzügigen Räume sind wieder geöffnet, und vor allem: Sie werden gut besucht.</p>
<p>Das Museum orientiert sich in seiner Präsentation in erster Linie an den Berichten der chilenischen Wahrheitskommissionen, d.h. der „Rettig-Kommission“ von 1991, die das Schicksal der „Verschwundenen“ und Ermordeten während der Diktatur General Pinochets festhielt, sowie der „Valech-Kommission“, die später auch die zahlreichen Folteropfer zu dokumentieren suchte. Beide Berichte sind wesentlicher Bestandteil eines quasi offiziellen historischen Gedächtnisses im Chile nach Pinochet, und das monumentale Museum dokumentiert nun für alle sichtbar diese öffentlich sanktionierte Erinnerung an die Opfer der Diktatur. Im weiten Eingangsfoyer stehen die BesucherInnen denn auch zunächst vor einer großen aus Fotografien zusammengesetzten Weltkarte und Infotafeln zu den zahlreichen Wahrheitskommissionen in aller Welt.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000308.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 2px 0px 20px 20px;" title="Foto 308" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000308.jpg" alt="Foto 308" width="302" height="227" align="RIGHT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><em>Aus Fotografien zusammengesetzten Weltkarte und Infotafeln zu den Wahrheitskommissionen in aller Welt &#62;</em></p>
</blockquote>
<p>Das zweite programmatische Element im Eingangsbereich zeigt Fotografien der zahlreichen lokalen Erinnerungsstätten in Chile, von Arica an der peruanischen Grenze bis Punta Arenas an der Magellanstraße. In diesen teils ganz unscheinbaren, teils auch schon ästhetisch anspruchsvollen lokalen Gedenkorten spiegelt sich ein Bemühen um Erinnern, das häufig noch unter sehr prekären politischen und auch finanziellen Bedingungen entstanden ist. Mit der Darstellung dieser lokalen Erinnerunginitiativen im Eingangsbereich macht das Museum deutlich, wo seine Wurzeln liegen.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000309.jpg"><img style="border: 0px solid white; margin: 2px 20px 20px 0px;" title="Foto 309" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000309.jpg" alt="Foto 309" width="302" height="227" align="LEFT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&#60; Fotografien lokaler Erinnerungsstätten in Chile</em></p>
</blockquote>
<p>Dagegen ist das <em>Museo de Memoria y los Derechos Humanos</em> selbst gerade keine Gedenkstätte an einem spezifischen Ort des Verbrechens, es will für sich stehen als das Museum einer schlimmen Epoche der Geschichte Chiles. Kein anderes Land in Lateinamerika hat bisher von staatlicher Seite der Erinnerung an die Verbrechen der Vergangenheit so prominenten Platz eingeräumt. Das chilenische Museum der Erinnerung und der Menschenrechte ist zwar eine vom Staat  geförderte und zu hundert Prozent finanzierte, jedoch keine staatliche Einrichtung. Träger ist ein Zusammenschluss verschiedener ziviler Organisationen aus dem Menschenrechtsbereich. Ein plural zusammengesetztes Direktorium trifft alle museografischen Entscheidungen. Konsens in diesem Trägerkreis war von Anfang an, dass das Museum für keine spezifische Opfergruppe oder politische Richtung Partei ergreifen würde.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000453.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 2px 0px 20px 20px;" title="Foto 453" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000453.jpg" alt="Foto 453" width="302" height="227" align="RIGHT" /></a>Die Menschenrechtsorganisationen waren es auch, die in jahrelanger Lobbyarbeit die Idee eines solchen Museums überhaupt erst auf den Weg brachten. Dieser Weg war nicht einfach. Angesichts der schwankenden Haltung der gewählten Regierungen des Mitte-Links-Bündnisses seit 1990 gegenüber dem Anliegen der Opfer der Diktatur, dem Kampf gegen die Straflosigkeit und den Menschenrechten generell, gab es viel Misstrauen gegenüber einem solchen staatlich geförderten Unternehmen. Wer würde garantieren, dass die Darstellung in einem solchen Museum nicht doch in erster Linie zur Selbstdarstellung der Regierung geriete? Wer könnte die Unabhängigkeit des Trägerkreises sicherstellen?</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000619.jpg"><img style="border: 0px solid white; margin: 2px 20px 20px 0px;" title="Foto 619" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000619.jpg" alt="Foto 619" width="302" height="227" align="LEFT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&#60; Dokumentationszentrum über die Verbrechen der Diktatur und deren Opfer</em></p>
</blockquote>
<p>Dazu kam eine weitere entscheidende Frage, nämlich nach der Sicherheit und Vertraulichkeit der Informationen im Museum. Das<em> Museo de Memoria y los Derechos Humanos</em> beherbergt zugleich auch ein großes Dokumentationszentrum über die Verbrechen der Diktatur und deren Opfer. Hinter gepanzerten Archivschränken lagern dort Tausende von Dokumenten der Menschenrechtsorganisationen aus der Zeit der Diktatur und danach, ferner viele persönliche Erinnerungsstücke von ehemaligen Gefangenen oder Angehörigen von Ermordeten und Verschwundenen. Wie Maria Luisa Ortiz, die Leiterin der Dokumentationsabteilung im Museum, berichtet, kommen noch immer fast täglich Menschen ins Museum, die Dokumente, Fotografien oder andere Objekte abgeben wollen, die sie im Museum aufbewahrt wissen wollen. Die Übergabe vor allem von Unterlagen der Menschenrechtsorganisationen aus der Zeit der Diktatur war nur denkbar, weil es in einen jahrelangen Aushandlungsprozess gelungen war, das nötige Vertrauen zu schaffen, dass das Museum eine auf Dauer zuverlässige, tragfähige Institution mit garantierter Unabhängigkeit sein würde.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000572.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 2px 0px 20px 20px;" title="Foto 572" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000572.jpg" alt="Foto 572" width="302" height="227" align="RIGHT" /></a>Nur ein kleiner Teil der im Dokumentationszentrum des Museums aufbewahrten Objekte ist Teil der Dauerausstellung geworden . An prominentester Stelle sind dies die Fotografien der Ermordeten und Verschwundenen, die an der Ostwand des Museums über drei Stockwerke verteilt hängen und von allen Etagen immer wieder ins Auge fallen. Im zweiten Stock, also gegenüber der Mitte der Wand, ist ein Ruhepunkt eingerichtet worden, umgeben von elektrischen Kerzen, an dem Besucher ihrer toten Angehörigen gedenken können. Dort befindet sich auch eine digitale Datenbank, die alle vorhandene Information über die einzelnen Personen enthält, die dem Museum zugänglich war.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000604.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 0px 20px 20px 0px;" title="Foto 604" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000604.jpg" alt="Foto 604" width="302" height="227" align="LEFT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&#60; „Fotowolke“ der Ermordeten und Verschwundenen</em></p>
</blockquote>
<p>Die „Fotowolke“ dieser Wand beherrscht optisch und auch vom räumlichen Umfang her das ganze Museum und markiert damit unübersehbar, wer im Mittelpunkt des Hauses stehen soll.  An den Gängen auf der gegenüberliegenden Seite des Baus, sowie in den gegliederten Räumen zu beiden Seiten dieser zentralen Fotowand wird die Geschichte des Putschs vom 11. September 1973 und der durch ihn installierten Diktatur und Repression erzählt. Große Abteilungen widmen sich einzelnen Opfergruppen, z.B. den Kindern, und vor allem auch der langen Geschichte des Widerstands und des Kampfs um Wahrheit und Gerechtigkeit, der schließlich zum Zusammenbruch des Pinochetregimes durch das Referendum von 1988 führte. Auch die internationale Dimension dieses Widerstands ist ausführlich dargestellt. <a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000556.jpg"><img class="alignleft" style="border: 0px solid white; margin: 10px 0px 20px;" title="Foto 556" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000556.jpg" alt="Foto 556" width="211" height="159" align="LEFT" /></a><br />
<a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000577.jpg"><img class="aligncenter" style="border: 0px solid white; margin-top: 10px; margin-bottom: 20px;" title="Foto 577" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000577.jpg" alt="Foto 577" width="211" height="159" align="CENTER" /></a><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000543.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 10px 0px 20px;" title="Foto 543" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000543.jpg" alt="Foto 543" width="211" height="159" align="RIGHT" /></a></p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000381.jpg"><img style="border: 0px solid white; margin: 2px 0px 20px 20px;" title="Foto 381" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000381.jpg" alt="Foto 381" width="302" height="227" align="RIGHT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;"><em>Miguel Lawner erläutert seine Zeichnung: “Desde mi Litera” (&#8220;Aus meinem Stockbett&#8221;)<br />
(1974) &#62;</em></p>
</blockquote>
<p>Dabei konnten die Museumsgestalter auf eine Fülle von schriftlichem, grafischem und auch filmischem Material zurückgreifen. Wer die Geschichte Chiles und des Widerstands gegen Pinochet ein wenig kennt, findet viel Vertrautes wieder, aber auch eine Menge Unveröffentlichtes, insbesondere bei den zahlreichen Filmaufnahmen, die in den Medienstationen zu sehen sind. Ein langer Flur im dritten Stock ist für Wechselausstellungen reserviert, die u.a. ermöglichen, wenigstens zeitweise mehr von den Objekten zu zeigen, die sonst nur im Depot des Dokumentationszentrums lagern. Im Dezember 2010 eröffnete z.B. der Architekt Miguel Lawner, der als hoher Mitarbeiter im Bauministerium verhaftet und auf die eisige wüste Insel Dawson an Chiles Südspitze in ein Konzentrationslager verschleppt wurde, eine Schau der Zeichnungen, die er damals heimlich anfertigen konnte.</p>
<p><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000320.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 2px 28px 20px 0px;" title="Foto 320" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000320.jpg" alt="Foto 320" width="302" height="227" align="LEFT" /></a><a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000324.jpg"><img style="border: 0px solid white; margin: 2px 0px 20px 0px;" title="Foto 324" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/P1000324.jpg" alt="Foto 324" width="302" height="227" align="RIGHT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: center;">^ 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte</p>
</blockquote>
<p>Es war eine bewusste Entscheidung des Trägerkreises, trotz der grundsätzlichen Orientierung an den Berichten der Wahrheitskommissionen im Namen des Museums nicht nur die Erinnerung an die Vergangenheit aufzurufen, sondern mit dem Begriff der Menschenrechte auch eine Brücke in die Gegenwart zu schlagen. Der Weg von der Straße durch den Eingangshof hinunter zum eigentlichen Museumseingang führt an einer langen Wand vorbei, in der alle 30 Artikel der Allgemeinen Erklärung der  Menschenrechte eingeschrieben sind. Noch ehe die BesucherInnen das Museum selbst betreten, werden sie mit dem universellen Anspruch der Menschenrechte konfrontiert, der lange vor die Zeit Pinochets zurück, aber eben auch bis in die Gegenwart hinein reicht. Dass es dabei zu Spannungen zwischen der durch den öffentlichen Charakter und die Pluralität des Trägerkreises geforderten Zurückhaltung und den Erwartungen der Politik einerseits, aktuellen menschenrechtlichen Forderungen andererseits kommen würde, war absehbar. Ein Zwischenfall schon bei der Eröffnung des Museums durch Präsidentin Bachelet machte das deutlich.  Die Eröffnung des Museums war eine der letzten Amtshandlungen der Präsidentin, und viele Beobachter kommentierten – kritisch oder zustimmend – dass Michelle Bachelet sich hier selbst ein Denkmal gesetzt habe. Während ihrer Präsidentschaft nahmen aber auch die Kämpfe der Mapuche um ihre Landrechte und gegen die Zerstörung  der Biosphäre durch Holzwirtschaft und Wasserkraftwerke an Schärfe zu. Die soziale Protestbewegung der Mapuche wurde als Terrorismus gebrandmarkt und entsprechend hart unterdrückt. <a href="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/Ralco-municipio9.jpg"><img class="alignright" style="border: 0px solid white; margin: 17px 20px 20px 0px;" title="Foto Ralco municipio9" src="http://www.menschenrechte.org/wp-content/uploads/2011/01/Ralco-municipio9.jpg" alt="Foto Ralco municipio9" width="302" height="227" align="LEFT" /></a></p>
<blockquote>
<p style="text-align: right;"><em>&#60; „Bewahren wir unser Wasser &#8211; ein traditionelles Recht!“ &#8211; Transparent am Rathaus von Ralco (Alto Bio-Bio, Siedlungsgebiet der Mapuche)</em></p>
</blockquote>
<p>Einige Mapuche wurden getötet, andere zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Familienangehörige dieser Mapuche nutzten die feierliche Eröffnung, in der die Menschenrechtsverletzungen der Vergangenheit gebrandmarkt wurden, und machten mit einer aufsehen- erregenden Aktion auf ihre menschenrechtlichen Forderungen der Gegenwart aufmerksam.</p>
<p>Wie das Museum künftig seine Rolle zwischen Museografie der Vergangenheit und der Öffnung für aktuelle Menschenrechtsfragen findet, wird ein spannender Prozess werden, in dem die institutionellen Interessen des Museums und die politischen Ansprüche von verschiedenen Seiten austariert werden müssen.<br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/62b8059afbec40a0ba63b20275ecdf32" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Helmut Frenz: … und ich weiche nicht zurück: Chile zwischen Allende und Pinochet</title>
		<link>http://www.menschenrechte.org/lang/es/rezensionen/helmut-frenz</link>
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		<pubDate>Mon, 04 Oct 2010 09:45:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reseñas]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Pinochet]]></category>
		<category><![CDATA[Violaciones de Derechos Humanos]]></category>

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		<description><![CDATA[Er war Dorfpfarrer. Dann hörten er und seine Frau von den Problemen der „Dritten Welt“, wie es damals hieß. Sie wollten etwas tun. Deshalb wurde Helmut Frenz, der 2010 seine Lebenserinnerungen auf Deutsch veröffentlicht hat, Pfarrer in einer deutschen evangelischen Gemeinde in Chile. [...]

<strong>von Dieter Maier</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie ein Dorfpfarrer zum Kämpfer für die Menschenrechte wurde &#8211; Helmut Frenz schreibt seine Autobiografie.</p>
<p>Er war Dorfpfarrer. Dann hörten er und seine Frau von den Problemen der „Dritten Welt“, wie es damals hieß. Sie wollten etwas tun. Deshalb wurde Helmut Frenz, der 2010 seine Lebenserinnerungen auf Deutsch veröffentlicht hat, Pfarrer in einer deutschen evangelischen Gemeinde in Chile. Das Ehepaar merkte, dass es in einem sprachlichen und kulturellen Ghetto gelandet war. Frenz suchte sich eine Vertretung und machte einen Intensivkurs in Spanisch. Mit diesem Ausbruch aus dem reaktionären Milieu der Deutsch-Chilenen begann ein politischer Werdegang, der ihn mitten hinein in geschichtliche Umbrüche führte.</p>
<p>Die linke Allende-Regierung (1970-1973) verfolgte er mit einiger Sympathie. Seine Kirche organisierte Sozialprojekte für Lateinamerikaner, die aus ihren diktatorisch regierten Ländern nach Chile geflohen waren. Der Putsch am 11.9.1973 traf Frenz, obwohl viele ihn erwarteten, unvorbereitet. Bald kamen Verfolgte zu ihm. Da die Militärs eine Ausgangssperre verhängt hatten, hatte er Zeit, mit ihnen zu diskutieren. Er, ein politischer Neuling, lernte von Menschen, die mit allen Wassern gewaschen waren. Währenddessen klingelte das Telefon und Gemeindemitglieder berichteten, wie glücklich sie über den Putsch waren. Es war der Anfang eines Spagats, den er für den Rest seines Lebens immer wieder gekonnt aufführte. In seinem Buch nennt er es „Doppelexistenz“.</p>
<p>Am 11.9. war der Putsch, am 18. ist der Jahrestag der Unabhängigkeit Chiles. An diesem Tag findet traditionell in der Kathedrale von Santiago ein Gottesdienst statt, an dem die Regierung teilnimmt. Die Kirchen brauchten nach dem Putsch einen Draht zu den neuen Machthabern, und die Geistlichen sprachen sich ab, wer wen anspricht. Aus Sicherheitsgründen findet der Gottesdienst diesmal in einer anderen Kirche statt. Über ihr fliegen Hubschrauber, in der Umgebung sind Scharfschützen postiert, die Gottesdienstbesucher werden durchsucht, an jeder Säule der Kirche steht ein Soldat in Uniform mit Maschinenpistole. Applaus für die Junta, wenn auch spärlich. Beim Händeschütteln nach dem Gottesdienst verabreden sich die Geistlichen mit „ihren“ Ministern. Frenz ist hinterher in Schweiß gebadet. Das ist die eine Seite der Doppelexistenz.</p>
<p>Die andere Seite, seine Arbeit für die Verfolgten, polarisierte seine mehrheitlich pinochettreue Kirche. Die Konflikte führten schließlich zur Spaltung. Die Kirche hatte ihm erlaubt, den Titel „Bischof“ (obispo) zu führen, da es für seine Amtsbezeichnung „Propst“ kein spanisches Wort gibt. Nach der Spaltung nannten seine Gegner ihn den „falschen Bischof“.</p>
<p>Es wurden immer mehr, die sich vor den Massenverhaftungen der Militärdiktatur zu ihm flüchteten. Er tarnte die Flüchtlingsgruppe als „Bibelseminar“, mit Schaubildern und Lesezeichen in der Bibel. Auch diejenigen unter ihnen, die dem parteioffiziellen Atheismus anhingen, büffelten nun die Bibel oder mussten so tun, bis die Sache aufflog, das Gebäude umstellt wurde und alle „Seminaristen“ verhaftet wurden. Sie wurden in einen Militärbus gezwungen. Frenz mischte sich unter sie. Durch rasche und gezielte Intervention von Freunden kamen fast alle frei. Der am stärksten Gefährdete war, als die Militärs kamen, in einem Einbauschrank des „Bibelseminars“ versteckt worden. Frenz erzählte den Soldaten, die das Gebäude systematisch durchsuchten, dafür gebe es keinen Schlüssel, es sei irgendwelches Zeug darin, und der Trupp gab sich damit zufrieden. Als die Militärs weg waren, brach der Mann den Schrank auf und  konnte sich retten. Frenz berichtet von weiteren Rettungsaktionen, die er selbst ausrichtete: Abgelenkte Wachen, eine gefolterte Frau, die als seine Sekretärin posieren musste, und mit der er in die rettende Botschaft fuhr. Er hätte noch weit mehr solcher Aktionen berichten können.</p>
<p>Frenz schildert, wie er es durch Intervention bei Bundeskanzler und Bundespräsident schaffte, dass der zögerliche deutsche Botschafter in Santiago, Lüdde-Neurath („Das sind doch alles Tupamaros!“), nach Druck von oben Flüchtlinge in seiner Residenz aufnimmt und dem „lieben Bischof“ ganz stolz „seine Tupas (Tupamaros)“ zeigt. Lernprozesse im diplomatischen Apparat bedürfen starker Interventionen von außen.</p>
<p>Hilfe für eine Vielzahl von Menschen erfordert Organisation, Geld, die richtige Reaktion in unvorhersehbaren Situationen, gute Nerven, wo andere vor Angst vergehen würden, einen Blick für Lücken im System, Verstellkunst, Drähte zur Macht, Auslandsreisen mit Blitzlichtgewittern und Audienzen. Frenz und seine „Mitstreiter“ (wie er gerne sagte) gründeten ein Flüchtlingskomitee für die Lateinamerikaner, die nach Chile geflohen waren und  dort nach dem Putsch in der Falle saßen. Sie gründeten ein ökumenisches Friedenskomitee. Es war „eine Gemeinschaft von Frauen und Männern, die gar nicht anders konnten, als für andere, in Not geratene Menschen Hilfe zu leisten. Sie wurden von einer Kraft bewegt, die sie selbst gar nicht ins Werk gesetzt hatten. Sie waren von einem Geist besessen und beseelt, den sie nicht gerufen hatten“, so Frenz. Sie halfen Tausenden, retteten Hunderten das Leben.</p>
<p>Kraft? Geist? Besessen und beseelt? Welche Motive treiben jemanden an, der so ein Leben lebt, welche Theorien hat er im Kopf? Hätte Frenz nach einer schlüssigen Theorie handeln wollen, hätte er nicht handeln können. Sein Leben ist bis heute ein Lernprozess. Er hat, noch unter dem Eindruck der Polarisierungen während der Allende-Zeit und wegen der Ausgangssperre beim Putsch abgeschnitten von Informationen, Verständnis für den Putsch geäußert. Ehrlich bis auf die Knochen druckt er in seinem Buch auch dieses Dokument ab. Es dauerte nicht lange, und er erfuhr von den systematischen Folterungen und Morden der chilenischen Militärs. Diese Menschenrechtsverletzungen erwiesen sich als die Stelle, an der die Diktatur angreifbar war. Vor allem das „Friedenskomitee“ wurde wenige Monate nach dem Putsch zu Pinochets erstem ernstzunehmenden innenpolitischen Gegner. Menschen wie Frenz und die Angehörigen der politischen Gefangenen waren der Anfang einer chilenischen Zivilgesellschaft mitten im Militärstaat. Solche Gründungen gelingen nur, wenn sie nicht beabsichtigt sind. Sie müssen die sich abzeichnende gesellschaftliche Dynamik auf den Begriff bringen.</p>
<p>Das Motiv, das Frenz antrieb, benennt er in seinem Buch sehr lapidar: Das Evangelium. Dieser feste Boden erlaubte ihm einen Dauerspagat zwischen Politik und Kirche, improvisierten Rettungsaktionen und bischöflichem Habitus, der ihn bis in die Höhle des Löwen trieb. Er berichtet von einer Audienz bei Pinochet, auf die er und ein katholischer Bischof sich mit gründlichen Dokumentationen und sorgfältigen Sprachregelung vorbereiteten. Frenz erschien im „Kampfanzug“ . Die beiden Bischöfe sagten etwas von „physischem Druck“, bis Pinochet sie unterbrach: „Sie meinen Folter?“, die sei nötig, damit die Kommunisten singen. Nach Pinochets Verhaftung in London 1998 schilderte Frenz diese Episode vor einem spanischen Gericht.</p>
<p>1975 wurde Frenz aus Chile ausgewiesen. Hier endet sein Buch, aber nicht sein Kampf für die Menschenrechte, und der sei hier angedeutet. 1976 wurde Frenz Generalsekretär der deutschen Sektion von amnesty international. Jetzt betrieb er professionell, aber immer noch nicht konventionell, was er in Chile gelernt hatte. Er wurde Emissär der realen Welt, in der Folter und Mord herrschen, gegenüber den Behörden. Er drang wegen Verhafteter in Argentinien in das Auswärtige Amt (AA) ein, in diese Burg der Amtskollegen und Aktenhüter. Die Niederschrift des AA vom ersten Gespräch mit ihm klingt wie das Protokoll einer gestörten Paarbeziehung. Der “sogenannte” Bischof Frenz sei “aggressiv” gewesen u.s.w.. Die universelle Geltung der Menschenrechte war damals in der bundesdeutschen Außenpolitik nicht verankert, wie sie es heute ist. Der Anstoß musste von außen kommen.</p>
<p>Frenz wurde Flüchtlingsbeauftragter in Schleswig Holstein, ging 2004 nach Chile und wurde Ehrenbürger dieses Landes. Er arbeitete in einer Stiftung, die sich mit Opferentschädigung befasste. Er ist Professor an einer chilenischen Universität, wo er über die Menschenrechte lehrt. All diese Ämter waren oder sind mit großem Arbeitsaufwand verbunden. Wie das alles zusammenpasst? Der Buchtitel “…und ich weiche nicht zurück“ ist ein Zitat aus dem Buch des Propheten Jesaja. Mitten in Frenz` flüssig geschriebenem Text stehen theologische Reflexionen zum „Gottesknecht“ bei Jesaja. Es ist eine Staumauer im Erzählfluss, und man möchte die Passage überblättern. Das sollte man nicht tun. Diese Seiten sind die Begründung für seine Arbeit. Ohne Kampfanzug und Spagat.</p>
<p><strong>Helmut Frenz: … und ich weiche nicht zurück: Chile zwischen Allende und Pinochet. Leipzig, Verlag Gustav-Adolf-Werk  2010, ISBN 978 -3-87593-109-9</strong></p>
<p><strong>von Dieter Maier</strong></p>
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		<title>Paz Rojas Baeza: La interminable ausencia. Estudio médico, psicológico y político de la desaparición forzada de personas.</title>
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		<pubDate>Tue, 21 Sep 2010 13:13:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reseñas]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Desaparición Forzada]]></category>

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		<description><![CDATA[Este libro publicado en Chile por la Dra. Paz Rojas, médico neuropsiquiatra, es significativo en tanto que aborda desde distintos ángulos y usa diferentes metodologías para referirse a AQUELLO QUE NO TIENE REPARACION. [...]

<strong>por Roberta Bacic</strong>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>LOM Ediciones, Santiago de Chile 2009</p>
<p>Este libro publicado en Chile por la Dra. Paz Rojas, médico neuropsiquiatra, es significativo en tanto que aborda desde distintos ángulos y usa diferentes metodologías para referirse a AQUELLO QUE NO TIENE REPARACION. Cobra especial relevancia dado que es testimonio, legado y sistematización de casi 40 años de ardua labor práctica y de investigación realizadas acompañando a familiares de detenidos desaparecidos en CODEPU. Este trabajo se proyecta más allá y reflexiona, cuestiona, argumenta, denuncia y propone estrategias de abordaje en este campo que puedan ser significativas en el campo de lo preventivo.</p>
<p>Lo singular de este libro es que durante y después de su lectura hay una constante, una sensación de náusea ante la práctica de la desaparición forzada. Se vuelven torpes, mezquinas, impropias las palabras para describir la experiencia de los sobrevivientes y familiares de los desaparecidos. El título ‘la interminable ausencia’ se siente, se experimenta, se materializa y la conclusión final es la constatación de que hay daños que no tienen reparación. Se percibe una urgencia que invita a usar canales e instituciones, como también instancias tanto nacionales como internacionales en pos de la proscripción y adherencia a poner término a la desaparición forzada.</p>
<p>Deseo destacar dos capítulos en especial: el X y el VIII, donde a mi parecer reside la fuerza de este estudio.</p>
<p>En el capítulo X, &#8220;Comprender lo incomprensible&#8221;, la autora señala en la página 182: “La inteligencia, el pensamiento, la conciencia y la efectividad en cada persona son interdependientes y cada una con el soporte de la memoria y del lenguaje, supone y comporta a las demás. Todas ellas se han formado en el proceso de experimentar, conocer y saber, en el curso del proceso socio-cultural. En el trauma psíquico producido por el crimen de la desaparición forzada, todas estas funciones están profundamente alteradas.”</p>
<p>Procede luego la autora a identificar y describir desde la sicopatología las funciones que se pueden ver afectadas por la experiencia de la desaparición forzada y que – por ende – alteran la posible unidad que constituyen las funciones mentales. En este contexto se refiere a: Una concepción ausente, No existe un lenguaje coherente, Una memoria encapsulada, El tiempo suspendido, La afectividad dañada y Disociación de la conciencia. Termina por concluir en la página 188: “El proceso de duelo y sus etapas no logran realizarse, los familiares viven en una permanente ambivalencia entre la vida y la muerte, en que la imaginería entra al ámbito de lo siniestro, trasformándose el desaparecido en una interminable ausencia.</p>
<p>Quisiéramos señalar, por último que las personas que han sufrido las consecuencias de los crímenes, no son de ningún modo personas enfermas desde el punto de vista clásico de este concepto: ‘Yo no soy un enfermo, sino la expresión de mi tiempo y coyuntura’, declaró David Rousset al salir de los campos de concentración nazis.”</p>
<p>En el capítulo VIII, “Una historia inconclusa: los crímenes y la impunidad”, Paz Rojas señala en la página 151: “concientes del daño que esta agresión, desde el poder, ha producido en las personas, intentamos penetrar, desde el campo médico psicológico, en el conocimiento de las consecuencias de la impunidad.” Este capítulo debiera ser lectura obligada para quienes  piensan que instancias post conflicto pueden reparar lo acontecido.</p>
<p>El capítulo IV, Tres historias, tres vidas es interesante en tanto comparte, en profundidad, con el lector las vidas de tres mujeres: una madre, una hija y una hermana de detenidos desaparecidos. Lo destacable de esta parte del estudio es el percibir el conocimiento profundo y cercano de las mujeres afectadas por esta experiencia límite. También se evidencia el acompañamiento a lo largo de los años a estas vidas mutiladas por intervención humana directa. El lector puede sumergirse, imaginarse y – a su vez – empatizar, hacerse parte, acercarse a Eliana, Estela y Dora. Y – sin embargo – al singularizar estas tres experiencias, no  logra universalizarlas. Uno se pregunta: ¿Cómo viven la desaparición forzada los mapuche? ¿Viven los hombres en forma similar o diferente a lo que la autora argumenta en página 59? “Hemos elegido tres historias de vida de familiares de detenidos desaparecidos . . . especialmente porque nos permiten demostrar cómo el trauma inicial se transforma en un proceso, pues a medida que transcurre el tiempo desde el desaparecimiento hasta la actualidad, diferentes acontecimientos, informaciones y conductas, que provienen tanto desde el poder, como de la sociedad y la justicia van modificando las esperanzas o, más bien, las desesperanzas de encontrarlos, induciendo diferentes manifestaciones en el sentir, pensar, vivir, actuar y exigir.” </p>
<p>Al concluir esta reseña, me permito recomendar este libro a quienes se mueven en disciplinas tan disímiles como lo son la sicopatología, la justicia transicional, antropología, antropología forense, educación, derechos humanos y otras. Esto por cuanto el texto nos evidencia las complejidades, contradicciones, la irreparabilidad de esta experiencia y – por ende – la necesidad de crear conciencia de esta aberrante práctica como también de la necesidad de un NUNCA MAS a la par que se actúa donde el daño está latente. Nos deja una sensación de impotencia en tanto al daño ya causado.</p>
<p>Roberta Bacic<br />
Chilena residente e Irlanda del Norte,<br />
Septiembre 2010<br />
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<p><strong>por Roberta Bacic</strong></p>
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		<title>El olvido de los derechos humanos &#8211; Un libro sobre la Colonia Dignidad</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Jun 2010 08:33:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Reseñas]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Colonia Dignidad]]></category>

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		<description><![CDATA[<span lang="es">En el libro de Herman Schwember, <em>Delirios e Indignidad - El Estéril Mundo de Paul Schäfer</em>, tenemos el primer informe completo sobre la constitución interna del asentamiento alemán en Chile llamado Colonia Dignidad. Nunca nadie había tenido mejor acceso que él a los habitantes del asentamiento. [...]</span>

<span lang="es"><strong>por Dieter Maier</strong></span>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Herman Schwember: <em>Delirios e Indignidad &#8211; El Estéril Mundo de Paul Schäfer, Santiago, LOM, 2009</em><br />
</p>
<p><span lang="es">En el libro de Herman Schwember, <em>Delirios e Indignidad &#8211; El Estéril Mundo de Paul Schäfer</em>, tenemos el primer informe completo sobre la constitución interna del asentamiento alemán en Chile llamado Colonia Dignidad. Nunca nadie había tenido mejor acceso que él a los habitantes del asentamiento. Durante un año y medio, desde 2005, Schwember había sido Delegado del Gobierno Chileno ante el asentamiento. Se le había dado oficialmente el encargo de encontrar la mejor solución posible para los cerca de 200 habitantes que se habían quedado en la Colonia después de la huída del jefe de la secta, Paul Schäfer, en 1997. Estas personas habían sido, en su gran mayoría, víctimas de Schäfer. El estado alemán y el chileno querían que estas personas se quedaran en el mismo asentamiento que ahora se llama Villa Baviera y trataban de ofrecerles una perspectiva confiable para el futuro. Al ver que las autoridades chilenas pasaban por alto o sabaoteaban todas las propuestas prácticas, Schwember renunció a su cargo y escribió Delirios e Indignidad. Es un libro que rezuma amargura.</span></p>

<p><span lang="es">Durante el tiempo de la dictadura, Schwember había estado en prisión. Tuvo entonces compañeros de cárcel de quienes él pensaba que habrían sido llevados a la Colonia Dignidad para “desaparecer” allí. Como Delegado gubernamental, él visitó semanalmente la Colonia en la que Pinochet había mantenido una prisión clandestina. Pude acompañarle durante una de esas visitas, por lo que puedo garantizar su seriedad.</span></p>

<p><span lang="es">A Schwember no le cabe ninguna duda de que los culpables deben ser castigados por los delitos de asesinato y tortura. Pero, durante largas y a menudo confidenciales conversaciones, escuchó también dolorosas historias de los propios habitantes. Cada dolor humano es único. Pero, en el caso de la Colonia Dignidad se plantea con fuerza la pregunta acerca de la relación que existe entre las torturas y los asesinatos allí perpetrados en contra de los prisioneros políticos, por un lado, y el terror psicológico, el abuso sexual y las demás torturas a las que Schäfer y su comparsa directiva sometían a los miembros de la secta, por otro. Ambas cosas tienen que ver la una con la otra. Los miembros de la secta estaban predispuestos para colaborar con el servicio secreto chileno gracias al largo entrenamiento a que se habían sometido de explotarse recíprocamente. Schwember reclama justicia para todos: castigo para los hechores y compensación para las víctimas. Ya se ha castigado a algunos de los malhechores, por cierto que no a todos, ni mucho menos. Alemania es un puerto seguro para delitos que sólo en Chile pueden ser perseguidos o para los cuales no es fácil aducir las pruebas. Criminales alemanes que viven todavía en Chile gozan de inmunidad carcelaria o se aprovechan de una reglamentación ilegal de delación pactada. Todavía no se le ha dado indemnización a ninguna de las víctimas.</span></p>

<p><span lang="es">Schäfer aterrorizó a su secta durante cuarenta años, sin contar los dos lustros de la fundación en Alemania. Pero tanto la justicia alemana como la chilena han logrado hasta ahora sólo resultados asaz escuálidos en lo que se refiere a penas e indemnizaciones. Quien haya seguido y conocido durante años el comportamiento de la judicatura chilena en este asunto no puede menos de asentir con un suspiro al grito airado de Schwember sobre la complicidad y la incompetencia de la misma, cuando escribe: “no han hecho justicia a nadie”. Es claro que, al menos en Chile, gana la partida el juego político de echar todo aquello simplemente al olvido.</span></p>

<p><span lang="es">Schwembar trata de encontrarle una lógica al sin igual crimen de Schäfer. Una de las claves sería el abuso de la religión. En cambio, ni Schwember ni ningún otro autor serio pueden encontrar algún germen nacionalsocialista en la ideología de Schäfer. Lo que sucedió en la Colonia Dignidad no tuvo nada de conspirativo, ni fue tampoco el “programa personal de un venido a menos” &#8211; lo que sin duda había sido Schäfer después de la segunda guerra. Schwember descubre una “cultura de la violencia que era parte de la forma acostumbrada de relacionarse entre los miembros de la comunidad”. Los asentados eran “un montón de enfermos asustados, felices con el susto en el que vivían”. Su estrategia de sobrevivencia consistía en la hipocresía y la superficialidad. Una respuesta correcta era aquella por la que se recibían menos golpes. Quien llamara la atención, se exponía voluntariamente al peligro. Schwember da a entender así que la Colonia Dignidad funcionaba como un sistema en el que explotadores y explotados colaboraban activamente unos con otros.</span></p>

<p><span lang="es">Después de la huída de Schäfer en 1997 y su aprisionamiento en la Argentina en 2005, comenzó a desarrollarse una dinámica centrífuga en la secta a la que la coerción había mantenido junta hasta ese momento. Dado que las relaciones de propiedad no eran claras, comenzaron las luchas por la repartición de los bienes, luchas que duran hasta ahora (2009). Pero en el momento en que sobreviene una presión externa &#8211; acaso mediante procesos jurídicos -, entonces se apoyan todos mutuamente y se mantienen unidos en un “pacto del silencio”.</span></p>

<p><span lang="es">Schwember informa acerca de lo que ya había sido publicado sobre la producción de gas venenoso en la Colonia Dignidad<a href="#_ftn1"><sup><sup>[1]</sup></sup></a>, y agrega: “Es un hecho” que unos contactos y agentes (entre los que nombra a Wolff von Arnswaldt, Alfred Schaak y Albert Schreiber) trajeron utensilios y productos químicos a la Colonia Dignidad. Allí se los desaduanó, almacenó e instaló. De allí fueron llevados a una casa del jefe del servicio secreto chileno, Contreras. Schwember da ejemplos de contrabando de oro en vasos de miel. Habla de millones de dólares que habrían sido desplazados hacia el extranjero como dinero negro, pero sin poder precisar las sumas.</span></p>

<p><span lang="es">Schwember sabe también de lo que habla cuando escribe: “Las autoridades alemanas querían que todo el tema quedara en el pasado lo más pronto posible, que se garantizaran los derechos básicos de los ciudadanos alemanes (pero que ojalá quedaran todos en Chile) y que el tema saliera del debate político dentro de Alemania. En la práctica no tenían ningún interés real en que Schäfer y sus cómplices fueran castigados, sino más bien en que fueran olvidados” (p. 117, cf. también p. 283). De todas maneras, dice él que la Embajada Alemana en Chile se comportó  de manera coherente. No se preocupó de los derechos humanos, ni en particular de las víctimas chilenas. Este juicio puede confirmarlo cualquiera que haya observado desde el lado alemán los ensayos de solución respecto a la herencia de Schäfer. A la contraparte chilena, Schwember le reprocha incapacidad, burocratismo y hasta mentiras. En el estado chileno, dice él, nadie quiere correr ningún riesgo. Por lo mismo a la diplomacia alemana no le quedó otra que resignarse. Que no pase nada, lo que no trae ningún problema tampoco en Alemania, según Schwember.</span></p>

<p><span lang="es">De cualquier manera que se mire el asunto, lo cierto es que hay que encontrar una solución para los habitantes de Villa Baviera. Por el lado chileno se han acumulado las dificultades, en vez de allanar el camino hacia una solución. Por ello  Schwember renunció a su cargo al cabo de un año y medio de labor. Según él, habría sido un progreso para los derechos humanos que se hubiera encontrado una solución coordinada y objetiva. Se hubiera podido indemnizar a las víctimas y esclarecer crímenes. Dejémosle a Schwember la última palabra: “Creo que un manejo más inteligente, profesional, sistemático y multidimensional de las relaciones con la comunidad habría dado ya mucho más información y habría permitido expandir el ámbito de esa verdad posible, que será siempre incompleta. “ (p. 326)</span></p>

<hr size="1" />
<p><a href="#_ftnref1"><sup><sup>[1]</sup></sup></a><span lang="es">Friedrich Paul Heller, Pantalones de cuero, moños… y metralletas. El trasfondo de Colonia Dignidad, Ed. Chile América/Cesoc, Santiago, 2005, p. 114-118.</span><br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/fb67b69b58df4cef841c307a72b12c6d" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p><span lang="es"><strong>por Dieter Maier</strong></span><br />
</p>
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		<title>Ein historisches Urteil gegen die Führung der Colonia Dignidad</title>
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		<pubDate>Mon, 07 Jun 2010 13:45:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Colonia Dignidad]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>von Dieter Maier</strong>

Am 27. November 2008 verurteilte Richter Jorge Zepeda Arancibia (Santiago) Paul Schäfer, Kurt Schnellenkamp (beide Führungsmitglieder der Colonia Dignidad) und Rudolf Cöllen wegen des Mordes 1974 an dem Chilenen Miguel Becerra (AZ:  Rol  Nº 12.293-2005) zu Haftstrafen. Schäfer, der bereits wegen Kindesmissbrauchs in Santiago in Haft sitzt, erhielt sieben Jahre Gefängnis, seine Mittäter je 541 Tage auf Bewährung wegen Verdunklung der Tat. Zudem wurden die Drei in einer parallel verhandelten Zivilklage zu 170 Millionen Pesos Entschädigung “wegen erlittener moralischer Schäden” an die Familie Becerras verurteilt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Dieter Maier</strong></p>
<p>Am 27. November 2008 verurteilte Richter Jorge Zepeda Arancibia (Santiago) Paul Schäfer, Kurt Schnellenkamp (beide Führungsmitglieder der Colonia Dignidad) und Rudolf Cöllen wegen des Mordes 1974 an dem Chilenen Miguel Becerra (AZ:  Rol  Nº 12.293-2005) zu Haftstrafen. Schäfer, der bereits wegen Kindesmissbrauchs in Santiago in Haft sitzt, erhielt sieben Jahre Gefängnis, seine Mittäter je 541 Tage auf Bewährung wegen Verdunklung der Tat. Zudem wurden die Drei in einer parallel verhandelten Zivilklage zu 170 Millionen Pesos Entschädigung “wegen erlittener moralischer Schäden” an die Familie Becerras verurteilt:</p>
<p>Zur Vorgeschichte:<br />
Die Führung der 1961 gegründeten deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad in Südchile verübte unter dem sozialistischen Präsidenten Allende zusammen mit der rechtsterroristischen Vereinigung Patria y Libertad (Vaterland und Freiheit) Sabotageakte und Attentate, bei denen es zahlreiche Tote gab. Einer der Männer von Patria y Libertad, die mit der Colonia Dignidad zusammenarbeiteten, war Miguel Becerra. Becerras Bruder berichtete später, dass seit dieser Begegnung Patria y Libertad sein Hauptquartier in der Colonia Dignidad hatte. Nach dem Putsch wurde Becerra Agent des Geheimdienstes DINA. Ende 1973 brachte er seinen ältesten Sohn Miguel zur Erziehung in die Siedlung, wo er selbst lebte. Der kleine Miguel nahm weinend Abschied von seiner Mutter, denn er war schon zu einem kurzen Besuch bei den Deutschen gewesen. Etwas musste ihn erschreckt haben. Die Mutter hatte das Gefühl, das Kind wolle etwas verbergen.</p>
<p>Becerra wollte 1974 aus der DINA aussteigen und mit seinem Sohn die Siedlung verlassen. Im Juli 1974 wurde er dort ermordet. Vier Deutsche  &#8211; Udo Hopp, Kurt Schnellenkamp, Gerd Mücke und Rudi Cöllen &#8211;  sorgten dafür, dass die Leiche außerhalb des Geländes gefunden wurde. Schnellenkamp, Mücke und Cöllen luden sie auf einen gelben Merdes-Benz-PKW. Sie trugen dabei Handschuhe, um keine Fingerabdrücke zu hinterlassen, und säuberten den Wagen von Spuren. Die Leiche wurde sechs Kilometer entfernt von der Siedlung in einem Peugeot gefunden. Den ersten Hinweis erhielt die Polizei von der Artillerieschule von Linares, die enge Verbindungen mit der Colonia Dignidad hatte. Ein Fotograf dieser Artillerieschule hatte die Leiche bereits fotografiert, als der Fund gemeldet wurde. Die Autopsie ergab als Todesursache eine Vergiftung. Das Auto, in dem Becerras Leiche transportiert wurde, verkaufte die Colonia Dignidad, um Spuren zu verwischen. Becerras dreizehnjähriger Sohn Miguel blieb in der Colonia Dignidad. Die Deutschen ließen ihn nicht gehen. Heute lebt er in Deutschland (s. Friedrich Paul Heller: Lederhosen, Dutt und Giftgas: Die Hintergründe der Colonia Dignidad. Schmetterlingverlag Stuttgart 3. Aufl. 2008).</p>
<p>Das Urteil gegen Schäfer, Schnellenkamp und Cöllen schildert den Mord mit Gift und die Beseitigung der Leiche durch Schnellenkamp und Cöllen. Die Leiche wies “Verhörspuren” auf. Das Urteil enthält eine Aussage von Federico Willoughby (ex-Generalsekretär der Regierung Pinochet). Willoughby beschreibt, wie die Colonia Dignidad bei der Putschvorbereitung half. Nach dem Putsch 1973 veranstaltete sie eine Waffenschau, an der Pinochet teilnahm, und führte kopierte Schusswaffen mit Schalldämpfung vor. Die Colonia Dignidad behauptete von sich, sie hätte mit ihrer Mannschaft, den Waffen und der Artillerie die chilenische Stadt Los Angeles erobern können.</p>
<p>Im Oktober und November 1974 fand in der Siedlung unter Beteiligung Deutscher ein Folterlehrgang der DINA statt. Die Deutschen hatten hierfür ein Folterhandbuch in deutscher Sprache erstellt, das auf Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgreift. Das Urteil zitiert Passagen daraus. Sie entsprechen dem, was die früheren politischen .Gefangene Erick Zott, Luis Peebles und Adriana Bórquez von ihren Folterungen in der Siedlung berichten. Amnesty International hatte 1977 diese Folterungen dokumentiert.</p>
<p>Das Urteil enthält weiterhin die Aussage eines Militärpolizisten, der bei einer Straßenkontrolle eine Lastwagenladung mit Waffen fand, die auf dem Weg in die Colonia Dignidad war. Der Polizist wurde wegen Überschreitung seiner Zuständigkeit diszipliniert. Schäfer erschien damals auf der Polizeiwache und zeigte einen von Pinochet persönlich unterzeichneten Freibrief vor.</p>
<p>Das Urteil qualifiziert den Mord an Becerra als Verbrechen gegen die Menschlichkeit (crimen de lesa humanidad), da er in einem systematischen und allgemeinen gegen einen Teil der Bevölkerung gerichteten politischen Kontext begangen worden sei. Damit verankert das Gericht eine entscheidende Kategorie des internationalen Menschenrechts in der nationalen Jurisprudenz – ein wichtiger Schritt für die künftige Rechtsprechung.<br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/492d419012414ccc87791fafd5edd1ef" width="1" height="1" alt="">  </p>
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		<title>Die lateinamerikanische Menschenrechtsbewegung</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Nov 2008 10:16:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Conocer los Derechos Humanos]]></category>
		<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[Derechos Humanos]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>von Rainer Huhle</strong>

„Menschenrechte als Antwort auf Unrechtserfahrungen“ – diese Sicht auf die Menschenrechte, ihre Entstehung, Entwicklung und Durchsetzung hat sich, zum Beispiel im Rückblick auf den Nationalsozialismus und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, als sehr produktiv erwiesen. Der Blick auf die Entwicklung in Lateinamerika zeigt, wie gerade auch dort die lange schlummernde Idee der Menschenrechte erst dann aufgegriffen und zu einer kraftvollen Bewegung wird, als verschiedene Länder mit brutalen Militärdiktaturen überzogen werden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Rainer Huhle</strong></p>
<p>„Menschenrechte als Antwort auf Unrechtserfahrungen“ – diese Sicht auf die Menschenrechte, ihre Entstehung, Entwicklung und Durchsetzung hat sich, zum Beispiel im Rückblick auf den Nationalsozialismus und die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, als sehr produktiv erwiesen. Der Blick auf die Entwicklung in Lateinamerika zeigt, wie gerade auch dort die lange schlummernde Idee der Menschenrechte erst dann aufgegriffen und zu einer kraftvollen Bewegung wird, als verschiedene Länder mit brutalen Militärdiktaturen überzogen werden.<br />
Der Kampf für Menschenrechte hat in Lateinamerika einen Jahrhunderte lange Geschichte. Bauern kämpften um ihr Land als Grundlage ihrer Subsistenz, Arbeiter um angemessene Löhne und die Freiheit, sich zu organisieren, ethnische Minderheiten um ihre Bürgerrechte und gegen Diskriminierung, religiöse Minderheiten um die freie Ausübung ihres Glaubens. In all diesen Bereichen formierten sich auch soziale Bewegungen. Allerdings formulierten sie ihre Ziele, die wir ohne Schwierigkeiten als menschenrechtliche Forderungen verstehen können, in aller Regel eben nicht explizit als solche. Genau so wenig setzten sie bei der Entwicklung der Strategien zur Durchsetzung ihrer Ziele auf das menschenrechtliche Instrumentarium. Ein menschenrechtlicher Zielhorizont sozialer Forderungen setzt Vermittlungsschritte voraus, die sich in aller Regel nicht aus der Bewegung selbst ergeben.</p>
<p>Zum Artikel: <a href="http://vg07.met.vgwort.de/na/a3818d21a7c64f788a4f7878ec56b269?l=http://www.nmrz.de/wp-content/uploads/2009/11/Die_lateinamerikanische_Menschenrechtsbewegung.pdf">Die lateinamerikanische Menschenrechtsbewegung</a></p>
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		<title>Nachtrag zu: &#8220;Mein ist die Rache&#8221;</title>
		<link>http://www.menschenrechte.org/lang/es/lateinamerika/nachtrag-zu-mein-ist-die-rache</link>
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		<pubDate>Wed, 15 Oct 2008 10:11:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Pinochet]]></category>
		<category><![CDATA[Tortura]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>von Friedrich Paul Heller</strong>


Der chilenische Offizier Miguel Krassnoff sitzt in Santiago eine Reihe von Haftstrafen ab, zu denen er wegen seiner Beteiligung an Folter und Morden in Pinochets Geheimdienst DINA verurteilt wurde. Im Gefängnis kündigte er an ein Buch zu schreiben. Dieses Buch liegt nun vor: Gisela Silva Encina: Miguel Krassnoff: Prisionero por servir a Chile. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Friedrich Paul Heller</strong>, Oktober 2008</p>
<p>Der chilenische Offizier Miguel Krassnoff sitzt in Santiago eine Reihe von Haftstrafen ab, zu denen er wegen seiner Beteiligung an Folter und Morden in Pinochets Geheimdienst DINA verurteilt wurde. Im Gefängnis kündigte er an ein Buch zu schreiben. Dieses Buch liegt nun vor: Gisela Silva Encina: Miguel Krassnoff: Prisionero por servir a Chile. Silva hat das Buch in enger Zusammenarbeit mit Krassnoff geschrieben. Es beruht auf Krassnoffs Schilderungen und Privatarchiv, ist also zu einem guten Teil Krassnoffs Buch. Der historische Teil, der in Europa spielt, dürfte eher Silvas Werk sein, die sich im Klappentext als Historikerin vorstellt, die zwei Büchern über die UdSSR geschrieben hat.<br />
Mit Prisionero por servir a Chile (Gefangener, weil er Chile gedient hat) haben sich nunmehr insgesamt drei Mitglieder dieser Kosakenfamilie in Buchform zur Wort gemeldet. Die in diesen Büchern ausgebreitete Familiengeschichte umfasst drei Generationen, spielt auf zwei Kontinenten, in zwei Jahrhunderten und unter dem Zaren, Lenin, Stalin, Hitler und Pinochet. Das ist einzigartig. Krassnoff dürfte derjenige Folterer sein, der so häufig wie kein anderer in Büchern vorkommt, zu dem es zwei Monografien gibt und der sich immer wieder öffentlich rechtfertigte.</p>
<p>Zum Artikel: <a href="http://vg07.met.vgwort.de/na/71ff82655747486c9a94bc73e924df94?l=http://www.nmrz.de/wp-content/uploads/2009/11/Nachtrag_Mein_ist_die_Rache.pdf">Nachtrag zu: &#8220;Mein ist die Rache&#8221;</a></p>
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		<title>El caso de la chilena Gladys Dí­az &#8211; Examen del expediente sobre la liberación de una detenida</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 13:58:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Pinochet]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>por Dieter                  Maier</strong>

El                  MIR chileno fue una organización de la nueva izquierda                  latinoamericana guiada por el ejemplo de Cuba, que realizó                  algunas acciones directas siguiendo el modelo de la guerrilla                  urbana durante los años sesenta. No obstante, como resultado                  de la discusión sobre la derrota de otros grupos guerrilleros                  de América Latina, apoyó en forma crí­tica                  al gobierno popular instaurado después de la victoria electoral                  del socialista Salvador Allende. El MIR tení­a su base en                  las universidades, poblaciones y en sectores de campesinos, desde                  donde organizó las ocupaciones de latifundios. Con posterioridad                  al golpe de 1973 preconizó la lucha armada, aún                  sin contar con los recursos para llevarla a cabo. El servicio                  de inteligencia DINA logró desarticular al MIR recurriendo                  a la tortura sistemática de los militantes detenidos. El                  MIR nunca tuvo más de 1.000 militantes, pero sí­                  una cantidad considerablemente mayor de simpatizantes en sus organizaciones                  de frente de masas. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>por Dieter                  Maier</strong>, julio de 2008</p>
<p>El                  MIR chileno fue una organización de la nueva izquierda                  latinoamericana guiada por el ejemplo de Cuba, que realizó                  algunas acciones directas siguiendo el modelo de la guerrilla                  urbana durante los años sesenta. No obstante, como resultado                  de la discusión sobre la derrota de otros grupos guerrilleros                  de América Latina, apoyó en forma crí­tica                  al gobierno popular instaurado después de la victoria electoral                  del socialista Salvador Allende. El MIR tení­a su base en                  las universidades, poblaciones y en sectores de campesinos, desde                  donde organizó las ocupaciones de latifundios. Con posterioridad                  al golpe de 1973 preconizó la lucha armada, aún                  sin contar con los recursos para llevarla a cabo. El servicio                  de inteligencia DINA logró desarticular al MIR recurriendo                  a la tortura sistemática de los militantes detenidos. El                  MIR nunca tuvo más de 1.000 militantes, pero sí­                  una cantidad considerablemente mayor de simpatizantes en sus organizaciones                  de frente de masas.</p>
<p>La                  periodista de radio y televisión, Gladys Dí­az, nacida                  el 10 de julio de 1936, era una de las más conocidas personalidades                  del MIR. Después del golpe pasó a la clandestinidad                  y fue detenida el 20 de febrero de 1975 en Santiago, siendo torturada                  en un centro de detención secreto de la DINA. En esta primera                  fase de la detención, llamada “incomunicación“,                  los detenidos podí­an “desaparecer“ en cualquier                  momento sin dejar rastro, porque las autoridades negaban tenerlos                  en su poder. Esta fase duraba el tiempo necesario para que los                  agentes de la DINA pudieran arrancarle información útil                  a los prisioneros, lo que podí­a variar desde un par de                  dí­as hasta algunas semanas, pues después de este                  tiempo sus contactos en la clandestinidad eran advertidos y suspendí­an                  los encuentros secretos. Gladys Dí­az estuvo incomunicada                  durante 80 dí­as en el centro de torturas de Villa Grimaldi                  en Santiago.</p>
<p>El                  grupo Chile de Amnistí­a Internacional en Francfort del                  Meno (RFA1)(1) y otros grupos de solidaridad denunciaron la situación                  que viví­a Gladys Dí­az. Uno de los recursos para                  detener la tortura y detención de un prisionero era conseguirle                  un puesto de trabajo en Alemania, lo que además era la                  condición para incorporar a esa persona en la iniciativa                  de acogida de los prisioneros polí­ticos chilenos en la                  RFA. Gracias a la intermediación de Amnistí­a Internacional,                  Gladys Dí­az recibió una oferta de trabajo de la                  “Fundación Cogestión“ (Stiftung Mitbestimmung)                  de la Confederación de Sindicatos alemanes (DGB), que posteriormente                  serí­a la Fundación Hans-Böckler.</p>
<h2>Revisión                  antiterrorista</h2>
<p>La                  embajada alemana en Santiago, a la cual se habí­a enviado                  la oferta de trabajo, “estuvo facultada hasta marzo de 1976                  para rechazar, sin consulta al gobierno alemán, las solicitudes                  de los miristas que buscaban ser incorporados en la iniciativa                  de acogida“, hecho que era totalmente desconocido para los                  grupos de solidaridad con Chile. La embajada rechazaba desde un                  principio a los militantes del MIR. Al parecer, la embajada se                  refiere a esta selección previa cuando responde a Gladys                  Dí­az: “por razones de seguridad“ no existe “por                  el momento ninguna posibilidad de acogida en la República                  Federal de Alemania“. En la misma carta añade: la                  Fundación Cogestión, que habí­a ofrecido un                  puesto de trabajo a Gladys Dí­az para facilitar su acogida,                  deberí­a “pedir información lo más detallada                  posible sobre el pasado de sus protegidos“ a Amnistí­a                  Internacional (que impulsaba la iniciativa de acogida de la RFA                  para los prisioneros polí­ticos chilenos junto a la Diakonischen                  Werk) y ofrecerle trabajo sólo a aquéllos que no                  representen un riesgo de seguridad. La embajada cataloga al MIR                  como una organización terrorista con más de 8.000                  militantes durante el gobierno de Allende (carta de la embajada                  alemana al Ministerio de Relaciones Exteriores alemán del                  14.5.1975, ZA (2)2 108.031).</p>
<p>En                  cambio, el Ministerio del Interior de la RFA estaba dispuesto                  a incluir en la iniciativa de acogida a los miristas detenidos                  y amenazados con la tortura y el asesinato y asumió la                  revisión de la seguridad. Hubo reuniones con el Ministro                  de Estado Hans-Jürgen Wischnewski y con el subsecretario                  adjunto Jürgen Schmude. Amnistí­a Internacional también                  abogó por Gladys Dí­az ante el Ministerio del Interior.                  El Departamento 3 del Ministerio de Relaciones Exteriores apoyó                  los reparos de la embajada y una decisión en favor de la                  práctica anterior de no admitir el ingreso de miristas                  en la RFA. El resultado de las negociaciones fue que se realizarí­a                  una revisión caso a caso y que los miristas, a quienes                  se les otorgara el asilo, debí­an firmar una declaración                  y contar con una especie de garante en la RFA.</p>
<p>Johannes                  von Marré, consejero de legación en la Cancillerí­a,                  revisaba durante los fines de semana “decenas de expedientes                  recopilando información sobre el MIR para Wischnewski,                  quien es repetidamente atacado por rechazar a los miristas (entre                  otros a Gladys Dí­az)“ (carta de la Cancillerí­a                  a la Embajada alemana del 8.9.1975, ZA 100.786)<br />
El 27 de abril de 1976, cuando el Ministro del Interior decidió                  autorizar el ingreso de Gladys Dí­az, la embajada “recibió                  la noticia con sorpresa“ y manifestó su temor de que                  se propagara el terrorismo internacional en la RFA (carta de la                  Embajada alemana a la Cancillerí­a, del 31.5.1976, ZA 108.031).                  La extrañeza era recí­proca, como lo sabe el autor                  por haber participado en ese entonces en las negociaciones con                  el Ministerio del Interior alemán. El Subsecretario adjunto                  Schmude consideraba que la designación del embajador alemán                  en Santiago, Erich Strätling, habí­a sido una mala                  elección.La DINA hací­a “desaparecer“ a                  sus detenidos sacándolos de sus centros de detención                  secretos y entregándolos a un comando de exterminio. Gladys                  Dí­az fue sacada cinco veces desde el centro de detención                  en que se encontraba y, cada vez que eso sucedí­a, parecí­a                  que fuera a ser “desaparecida“. En esas ocasiones era                  trasladada durante horas o dí­as a un lugar desconocido,                  donde no sucedí­a nada, y luego era devuelta al centro original.                  En una de esas situaciones es posible reconstruir lo ocurrido:                  un miembro del grupo Chile de Amnistí­a Internacional llamó                  a la embajada de Chile en Bonn y preguntó por la situación                  de Gladys Dí­az. La respuesta fue que ella no estaba detenida.                  Amnistí­a Internacional inició inmediatamente una                  acción de enví­o de telegramas. En la DINA deben                  haber pensado que ciertos poderes supremos se habí­an conjurado                  en su contra y los agentes decidieron dar pie atrás y la                  devolvieron al centro original. Gladys Dí­az se transformó                  en un caso emblemático. Una vez que ambos Estados comenzaron                  a negociar su liberación y la dictadura ya no la podí­a                  torturar, fue puesta en una celda junto a Luis Corvalán,                  el detenido más prominente del Partido Comunista, por cuya                  liberación también cursaba una campaña internacional.</p>
<p>Entre                  los “peticionarios“ que abogaron por la liberación                  de Gladys Dí­as frente al Ministerio de Relaciones Exteriores                  alemán se contaban el escritor Gerhard Zwerenz y su esposa                  Ingrid, la periodista berlinesa Vera Gasenow, los académicos                  Elmar Altvater, Klaus Knothe y Peter von Oertzen y la asociación                  de la iglesia protestante alemana Diakonische Werk.<br />
Al igual que otros militantes detenidos del MIR, Gladys Dí­az                  debió firmar una declaración en la que se comprometí­a                  “a abstenerse de realizar cualquier actividad polí­tica                  en la RFA que pudiera atentar contra el orden y la seguridad públicos                  o la formación de voluntad polí­tica u otros intereses                  importantes“ de la RFA. Un pastor evangélico de Hamburgo                  actuó como garante. Sólo entonces fue trasladada                  desde la prisión hacia el aeropuerto, para volar desde                  allí­ a Hamburgo acompañada de su pequeño                  hijo.</p>
<p>Como                  pude constatarlo en una conversación con ella, no tení­a                  prácticamente ningún conocimiento acerca de la RAF                  (Rote Armee Fraktion &#8211; Fracción Ejército Rojo3)                  (3) y se mantuvo alejada de las presentaciones públicas                  y actividades polí­ticas que pudieran afectar la polí­tica                  alemana. Para los miristas exiliados en Alemania eran tabú                  los contactos con la RAF. Gladys Dí­az permaneció                  poco tiempo en la RFA, viajó a Nicaragua y volvió                  a Chile tan pronto como le fue posible hacerlo. En la actualidad                  está finalizando estudios de sicologí­a y sigue empeñada                  en la posibilidad de construir una sociedad mejor y más                  justa, sí­n militancia politica.</p>
<h2>El                  embajador antiterrorista</h2>
<p>La                  embajada alemana no aflojó su postura ni siquiera cuando                  Gladys Dí­az ya estaba en Alemania. El 5 de julio de 1977                  informó al Ministerio de Relaciones Exteriores que el MIR                  planificaba “actos terroristas, sabotaje y acciones guerrilleras“                  y, reduciendo las cifras aportadas anteriormente por ella misma,                  agrega que “en 1971 tení­a cerca de 6.000 militantes“.                  “Hay una alta probabilidad de que hayan existido o existan                  aún conexiones con los cí­rculos terroristas alemanes“,                  con lo que aludí­a a la supuesta participación de                  una chilena en el plan de secuestrar a un polí­tico sueco                  para exigir la liberación de los prisioneros de la RAF.                  La embajada alemana en Santiago consideraba que si se autorizaba                  a los miristas a ingresar a la RFA eso era un peligro para la                  embajada y los consulados chilenos en Alemania. No sólo                  los violentistas detenidos eran una amenaza, sino también                  las “Organizaciones y propagandistas“ del MIR. Por ello,                  recomendó “poner especial atención“ en                  tres miristas que viví­an en Alemania, lo que sólo                  se puede interpretar como un llamado a vigilarlos: Gladys Dí­az,                  Carlos Liberona y Roberto Moreno (Min. Relac. Ext. ZA 108.017).                  Se agrega que Gladys Dí­az “no es una simpatizante“,                  sino la redactora en jefe de una estación de radio del                  MIR. ¿Por qué, en lugar de ella, no se autoriza                  el ingreso de aquellos “chilenos que no han sido clasificados                  como extremistas“, de adeptos al gobierno popular de Allende?                  Además, interceder por “prominentes extremistas de                  izquierda“ daña la reputación de la RFA y de                  su “polí­tica moderada y equilibrada“; según                  la embajada, para realizar gestiones humanitarias “se necesita                  tener buenos contactos con los cí­rculos gubernamentales                  chilenos“, lo que se ve amenazado por la decisión                  del gobierno alemán. La carta de cinco carillas contiene                  muchos detalles sobre el MIR y formulaciones tí­picas de                  la DINA, que no pueden atribuirse a fuentes internas de la embajada.</p>
<p>El                  embajador Strätling, anterior embajador en Sudáfrica,                  se alinea en la derecha polí­tica y simpatiza más                  con la dictadura de Pinochet que con la polí­tica del gobierno                  alemán. En 1977, cuando Amnistí­a Internacional presentó                  por primera vez las pruebas de asesinatos y torturas en Colonia                  Dignidad, Strätling las refutó, sin conocer esa documentación                  y basándose en los argumentos que le habí­a proporcionado                  la propia colonia. Según lo informado por ex colonos, los                  maestros de la colonia realizaron trabajos de renovación                  en la residencia del embajador y aprovecharon la oportunidad para                  instalar algunos micrófonos ocultos. Por la noche, Strätling                  ofrecí­a bebidas alcohólicas a los maestros, que                  ellos rechazaban, pero a las cuales el embajador era muy aficionado.                  Colonia Dignidad y la DINA, aliada con ella, deben haber estado                  muy bien informados sobre los asuntos internos de la embajada.                  El Servicio de Inteligencia Exterior de la RFA recurrí­a                  a Colonia Dignidad para recibir información sobre los detenidos                  chilenos que solicitaban asilo en la RFA. El trabajo de solidaridad,                  sin tener cómo saberlo, habí­a tocado una relación                  secreta y muy precaria.</p>
<h2>Razón                  de Estado o Derechos Humanos</h2>
<p>El                  conflicto sobre el asilo de Gladys Dí­az y otros miristas                  se fue transformando en una lucha de poderes. El régimen                  militar chileno se habí­a propuesto no liberar a los detenidos                  miristas más renombrados. La DINA, el servicio de inteligencia                  personal de Pinochet, cuya misión represiva era desmantelar                  al MIR, tení­a un conflicto permanente con los servicios                  de inteligencia de la Fuerza Aérea y de la Armada; la lucha                  de poderes entre el general del Ejército, Pinochet, y el                  representante de la aviación en la Junta, Gustavo Leigh,                  se fue agudizando para terminar, poco tiempo después, con                  la separación de Leigh de la Junta. El servicio de inteligencia                  de Pinochet, la DINA, y el servicio de inteligencia de Leigh,                  la SIFA, zanjaban con las armas esta lucha de poderes en representación                  de sus mandos, incluso enfrentándose fí­sicamente.                  Uno de los puntos de discordia era si los prisioneros polí­ticos                  debí­an ser puestos a disposición de los tribunales                  militares, para ser condenados o liberados por ellos (SIFA), o                  ser liquidados en secreto (DINA).</p>
<p>Varios                  paí­ses habí­an intercedido por Gladys Dí­az,                  entre ellos también Austria, que tení­a poco peso                  en los cálculos de la polí­tica exterior chilena.                  La campaña internacional por su liberación fue intensa                  y se prolongó desde su detención hasta su expatriación.                  En la RFA se formó un campo de fuerzas entre el Ministerio                  del Interior, el Servicio de Inteligencia Interior (Bundesamt                  für Verfassungsschutz), que se oponí­a a la acogida,                  y el Ministerio de Relaciones Exteriores, por un lado, y los grupos                  de solidaridad, con gran participación de las agrupaciones                  feministas, por el otro. El Ministerio de Relaciones Exteriores                  representaba la posición de que Gladys Dí­az militaba                  en una organización catalogada en forma general como terrorista;                  en tanto, los grupos y organizaciones de solidaridad intercedí­an                  por ella como una prisionera indefensa y bajo permanente amenaza.</p>
<p>La                  intransigencia de la dictadura de Pinochet y la tenacidad del                  movimiento de solidaridad internacional, que influí­a profundamente                  en las instituciones, nunca se confrontaron tan duramente como                  en el caso de Gladys Dí­az. La dictadura enfrentaba el siguiente                  dilema: si la liberaba mostraba debilidad, si la mantení­a                  detenida por largo tiempo se fortalecerí­a la campaña                  contra las violaciones a los derechos humanos y, si la asesinaban,                  sufrirí­an un aislamiento aún mayor. Finalmente,                  en esta guerra entre las ametralladoras y las máquinas                  de escribir, la dictadura debió anotarse una derrota. Treinta                  años después, cuando el Ministerio de Relaciones                  Exteriores alemán desclasificó el expediente sobre                  Gladys Dí­az, es posible valorar con mayor precisión                  el trabajo de solidaridad desarrollado en ese entonces: aquellas                  acciones que parecí­an no tener sentido ni apoyo, todas                  las peticiones, cartas y llamadas, pudieron finalmente quebrarle                  la mano a la dictadura.</p>
<p>Los                  citados documentos del Ministerio de Relaciones Exteriores alemán                  se encuentran en el archivo polí­tico que mantiene el mencionado                  ministerio, ZA 108.031 y 100.786. El expediente sobre Gladys Dí­az                  de Amnistí­a Internacional fue incinerado en una fecha desconocida                  en los hornos de una carpinterí­a, a pesar de que no contení­a                  ningún tipo de información explosiva.</p>
<p>Traducción:                  Mariella Albrecht<br />
<a href="mailto:mariellaa@entelchile.net" target="_blank">mariellaa(at)entelchile.net</a></p>
<p>____________</p>
<h2>Notas:</h2>
<p>1                  RFA: República Federal de Alemania<br />
2.Zwischenarchiv: archivo provisional<br />
3.Grupo terrorista de extrema izquierda de la República                  Federal de Alemania.<br />
<img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6d24adabfa5f4670abaed30678e3bee7" alt="" width="1" height="1" /></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Akteneinsicht zu einer Gefangenenbefreiung: Der Fall der Chilenin Gladys Dí­az</title>
		<link>http://www.menschenrechte.org/lang/es/lateinamerika/akteneinsicht-gladys-diaz</link>
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		<pubDate>Fri, 01 Aug 2008 13:49:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Pinochet]]></category>
		<category><![CDATA[Violaciones de Derechos Humanos]]></category>

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		<description><![CDATA[<strong>von Dieter                  Maier</strong>

Der                  chilenische MIR war eine Organisation der an Kuba orientierten                  neuen Linken in Lateinamerika, die in den sechziger Jahren nach                  dem Muster der Stadtguerilla einige Überfälle verübt                  hatte, dann aber die Niederlage anderer lateinamerikanischer Guerillagruppen                  diskutierte und nach dem Wahlsieg des Sozialisten Salvador Allende                  dessen Volksfrontregierung kritisch unterstützte. Er hatte                  seine Basis in Universitäten, Armenvierteln und bei Landarbeitern                  und organisierte Besetzungen von Großgrundbesitz. Nach dem                  Putsch propagierte er den bewaffneten Kampf, hatte aber nicht                  die Mittel ihn zu führen. Dem Geheimdienst DINA gelang es,                  den MIR durch systematische Folterungen seiner verhafteten Mitglieder                  zu zerschlagen. Der MIR hatte nie mehr als 1.000 Mitglieder, aber                  wesentlich mehr Sympathisanten in seinen Vorfeldorganisationen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Dieter                  Maier</strong>, Juli 2008</p>
<p>Der                  chilenische MIR war eine Organisation der an Kuba orientierten                  neuen Linken in Lateinamerika, die in den sechziger Jahren nach                  dem Muster der Stadtguerilla einige Überfälle verübt                  hatte, dann aber die Niederlage anderer lateinamerikanischer Guerillagruppen                  diskutierte und nach dem Wahlsieg des Sozialisten Salvador Allende                  dessen Volksfrontregierung kritisch unterstützte. Er hatte                  seine Basis in Universitäten, Armenvierteln und bei Landarbeitern                  und organisierte Besetzungen von Großgrundbesitz. Nach dem                  Putsch propagierte er den bewaffneten Kampf, hatte aber nicht                  die Mittel ihn zu führen. Dem Geheimdienst DINA gelang es,                  den MIR durch systematische Folterungen seiner verhafteten Mitglieder                  zu zerschlagen. Der MIR hatte nie mehr als 1.000 Mitglieder, aber                  wesentlich mehr Sympathisanten in seinen Vorfeldorganisationen.</p>
<p>Die                  am 10.7.1936 geborene Rundfunk- und Fernsehjournalistin Gladys                  Dí­az war eine der bekanntesten Persönlichkeiten des                  MIR. Nach dem Putsch 1973 lebte sie im Untergrund. Nach ihrer                  Verhaftung am 20.2.1975 in Santiago wurde sie in einem Geheimgefängnis                  der DINA gefoltert. In dieser ersten Phase der Haft („incomunicado“),                  während der die Verhaftung von den Behörden nicht anerkannt                  wurde, konnte die oder der Gefangene jederzeit spurlos „verschwinden“.                  Sie dauerte in der Regel so lange, wie die DINA den Gefangenen                  noch nützliche Informationen abpressen konnte, meist ein                  paar Tage oder wenige Wochen. Dann waren die Kontaktleute des                  Untergrunds gewarnt und die Kontakte und geheimen Treffpunkte                  stillgelegt. Gladys Dí­az war 80 Tage lang incomunicado                  im Folterzentrum Villa Grimaldi in Santiago.</p>
<p>Neben                  anderen Solidaritätsgruppen machte die Chile-Koordinationsgruppe                  von amnesty international in Frankfurt am Main auf sie aufmerksam.                  Eines der Mittel, um Folter und Haft zu beenden, war ein deutsches                  Arbeitsplatzangebot, das wiederum die Voraussetzung zur Einbeziehung                  der entsprechenden Person in die Aufnahmeaktion der BRD für                  chilenische politische Gefangene war. Gladys Dí­az erhielt                  durch Vermittlung von amnesty international einen solches Angebot                  von der Stiftung Mitbestimmung des DGB (später: Hans-Böckler-Stiftung).</p>
<h2>Sicherheitsüberprüfung</h2>
<p>Die                  deutsche Botschaft in Santiago, an die das Arbeitsplatzangebot                  geschickt wurde, war bis zum März 1976 „ermächtigt,                  Anträge von Miristen auf Einbeziehung in die Aufnahmeaktion                  ohne Rückfrage in Bonn abzulehnen“, was aber den Solidaritätsgruppen                  nicht bekannt war. Mitglieder des MIR lehnte die Botschaft von                  vorne herein ab. Offenbar bezieht sich die Botschaft auf diese                  Vorabselektion, wenn sie zu Gladys Dí­az schreibt, „aus                  Sicherheitsgründen“ bestünde „zur Zeit keine                  Aussicht auf Aufnahme in die BRD“. Weiter heißt es                  in dem Schreiben, die Stiftung Mitbestimmung, die Gladys Dí­az                  einen Arbeitsplatz angeboten hatte, um die Aufnahme zu ermöglichen,                  solle sich bei amnesty international (das die Aufnahmeaktion der                  BRD für chilenische politische Gefangene zusammen mit dem                  Diakonischen Werk betrieb) „so eingehend wie möglich                  über die Vergangenheit ihrer Schützlinge unterrichten“                  und nur die mit einem Angebot versehen, die kein Sicherheitsrisiko                  darstellten. Der MIR sei terroristisch und habe zur Allendezeit                  8.000 Mann gehabt, so die Botschaft. (dt. Botschaft an AA, 14.5.1975,                  ZA 108.031)</p>
<p>Das                  Bundesinnenministerium hingegen war bereit, gefangene Miristen,                  die von Folter und Ermordung bedroht waren, in die Aufnahmeaktion                  einzubeziehen und übernahm die Sicherheitsüberprüfung.                  Es gab Gespräche mit Staatsminister Wischnewski und dem parlamentarischen                  Staatssekretär Jürgen Schmude. Auch amnesty international                  setzte sich im Bundesinnenministerium für Gladys Dí­az                  ein. Die Abteilung 3 des AA stützte die Bedenken der Botschaft                  und wollte eine Entscheidung zugunsten der alten Praxis, Miristen                  nicht in den BRD zu lassen. Die Verhandlungen ergaben, dass Einzelfallüberprüfungen                  vorgenommen werden sollten und die aufzunehmenden Miristen eine                  Erklärung unterschreiben und in der BRD eine Art Bürgen                  finden sollten.</p>
<p>Johannes                  von Marré, Vortragender Legationsrat im AA, schleppte übers                  Wochenende„dicke Aktenbestände“ nach Hause, um                  „Aufzeichnungen über den MIR für Wischnewski zu                  verfassen, der immer wieder wegen Ablehnung von Miristas (u.a.                  Gladys Diaz) angegriffen wird“ (AA an dt. Botsch. 8.9.1975,                  ZA 100.786)</p>
<p>Als                  der Bundesinnenminister am 27.4.1976 entschied, Gladys Dí­az                  die Einreise zu erlauben, nahm die Botschaft dies „mit Erstaunen                  zur Kenntnis“ und befürchtete ein Überspringen                  des internationalen Terrors auf die BRD (dt. Botsch. an AA, 31.5.1976,                  ZA 108.031). Das Befremden beruhte, wie der Autor von seinen damaligen                  Verhandlungen im Bundesinnenministerium weiß, auf Gegenseitigkeit.                  Staatssekretär Schmude hielt den damaligen deutschen Botschafter                  in Santiago, Erich Strätling, für eine schlechte Wahl.<br />
Die DINA ließ ihre Gefangenen „verschwinden“,                  indem sie sie aus den Geheimgefängnissen holte und einem                  Vernichtungskommando. Gladys Dí­az wurde fünf Mal aus                  dem Geheimgefängnis abgeholt; jedes Mal sah es so aus, als                  ob sie „verschwinden“ würde. Dann war sie Stunden                  oder Tage an einem unbekannten Ort, ohne dass irgendetwas geschah,                  und wurde dann wieder zurückgebracht. In einem Fall ließ                  sich der Hergang rekonstruieren: Ein Mitglied der Chile-Koordinationsgruppe                  von amnesty international hatte ohne besonderen Anlass bei der                  chilenischen Botschaft in Bonn angerufen und nach ihr gefragt.                  Der Rückruf ergab, dass sie nicht in Haft sei. Amnesty international                  begann sofort eine urgent action Telegrammaktion. Die DINA musste                  gedacht haben, dass höhere Mächte sich gegen sie verschworen                  hatten, und die DINA-Agenten machten kehrt und brachten sie zurück.                  Gladys Dí­az wurde zu einer der bekanntesten Gefangenen                  Chiles. Nachdem Staaten wegen ihr miteinander verhandelten und                  die Diktatur sie nicht mehr foltern konnte, war sie zusammen mit                  Luis Corvalán in Haft, dem prominentesten kommunistischen                  Gefangenen, für den ebenfalls eine weltweite Kampagne lief.</p>
<p>Zu                  den „Petenten“, die sich gegenüber dem AA für                  Gladys Dí­az eingesetzt hatten, gehörten der Schriftsteller                  Gerhard Zwerenz mit seiner Ehefrau Ingrid, die Berliner Journalistin                  Vera Gasenow, die Professoren Elmar Altvater, Klaus Knothe und                  Peter von Oertzen und das Diakonische Werk.</p>
<p>Gladys                  Dí­az musste wie andere inhaftierte MIR-Mitglieder eine                  Erklärung unterschreiben, dass sie sich in Deutschland „jeder                  politischen Betätigung enthalten werde, die die öffentliche                  Sicherheit und Ordnung oder die politische Willensbildung oder                  sonstige erhebliche Belange“ der BRD beeinträchtigen                  könne. Ein Hamburger Pfarrer bürgte für sie. Dann                  wurde sie vom Gefängnis zum Flughafen gebracht und flog mit                  ihrem kleinen Sohn nach Hamburg.</p>
<p>Sie                  wusste, wie ich in einem meiner Gespräche mit ihr feststellen                  konnte, kaum etwas über die RAF, und hielt sich mit öffentlichen                  Auftritten und politischen Aktivitäten, die die deutsche                  Politik hätten betreffen können, fast vollständig                  zurück. Kontakte zu der RAF waren für den Exil-MIR tabu.                  Gladys Dí­az ging recht bald nach Nicaragua und kehrte,                  als das möglich war, nach Chile zurück. Heute gehört                  sie keiner Partei mehr an, setzt sich aber noch für eine                  gerechtere Gesellschaft ein.</p>
<h2>Der                  Anti-Terror-Botschafter</h2>
<p>Selbst                  als Gladys Dí­az bereits in Deutschland war, ließ                  die Botschaft nicht locker. Am 5. Juli 1977 berichtete sie an                  das AA, der MIR plane „Terror, Sabotage und Guerillaaktionen“.                  1971 habe er „rund 6000 Mann“ gehabt, so die mittlerweile                  maßvoll reduzierte Zahl. „Mit großer Wahrscheinlichkeit                  bestanden oder bestehen auch noch Verbindungen zu deutschen Terroristenkreisen“,                  wobei sie die angebliche Beteiligung einer Chilenin an dem Plan                  erwähnte, einen schwedischen Politiker zu entführen,                  um die Freilassung von Häftlingen der RAF zu erzwingen. Die                  deutsche Botschaft in Santiago sah eine Gefährdung der chilenischen                  Botschaft und chilenischer Konsulate in Deutschland, falls Miristas                  dort einreisen dürften. Gefährlich seien auch „Organisatoren                  oder Propagandisten“ des MIR, nicht nur überführte                  Gewalttäter. Sie empfahl, drei in Deutschland lebenden Miristas                  „besondere Aufmerksamkeit zu schenken“, was nur als                  Aufforderung zur Überwachung verstanden werden konnte: Gladys                  Dí­az, Carlos Liberona und Roberto Moreno (AA ZA 108.017).                  Gladys Dí­az sei „keineswegs eine Mitläuferin“,                  sondern Chefredakteurin eines Rundfunksenders des MIR. Warum man                  nicht stattdessen welche von den „nicht als Extremisten eingestuften                  Chilenen“, von Anhängern der Volksfrontregierung Allendes,                  einreisen lasse? Und außerdem schade es dem Ruf der Bundesrepublik                  Deutschland mit ihrer „gemäßigten und ausgewogenen                  Politik“, wenn sie sich für „prominente Linksextremisten“                  einsetze; für humanitäre Angelegenheiten“ brauche                  man „gute Kontakte zu Regierungskreisen“, und die sah                  die Botschaft durch die Bonner Entscheidung gefährdet. Das                  fünfseitige Schreiben enthält viele Details über                  den MIR und Lesarten, die für die DINA typisch waren und                  die nicht auf botschaftsinterne Quellen zurückgehen können.</p>
<p>Botschafter                  Strätling, zuvor Botschafter in Südafrika, stand politisch                  rechts. Sein Verständnis für die Pinochet-Diktatur war                  größer als das für die Politik der deutschen Bundesregierung.                  Als amnesty international 1977 zum ersten Mal Beweise für                  Mord und Folter in der deutschen Siedlung Colonia Dignidad vorlegte,                  trat Strätling, ohne diese Dokumentation zu kennen, auf Grundlage                  von Argumenten, die ihm die Siedlung geliefert hatte, den Gegenbeweis                  an. Handwerker der Siedlung, so die Aussage ehemaliger Insassen                  der Colonia Dignidad, renovierten seine Botschaftsresidenz und                  bauten bei dieser Gelegenheit einige Wanzen ein. Abends lud Strätling                  die Handwerker zu harten Getränken ein, die diese ablehnten,                  denen aber der Botschafter zusprach. Die Colonia Dignidad und                  die mit ihr verbündete DINA mussten bestens über die                  Interna der Botschaft informiert gewesen sein. Der Bundesnachrichtendienst                  benutzte die Colonia Dignidad, um Informationen über chilenische                  Gefangene zu erhalten, die Aufnahme in die BRD beantragt hatten.                  Die Solidaritätsarbeit hatte, ohne dies wissen zu können,                  eine geheime und sehr prekäre Verbindung getroffen.</p>
<h2>Staatsraison oder Menschenrechte</h2>
<p>Der                  Konflikt um die Aufnahme von Gladys Dí­az und einigen anderen                  Miristas wurde mehr und mehr zum Machtkampf. Die chilenische Militärregierung                  hatte sich darauf festgelegt, wichtige gefangene Miristen nicht                  freizulassen. Die DINA, Pinochets persönlicher Geheimdienst,                  der innerhalb der arbeitsteiligen Repression für den MIR                  zuständig war, stand im Dauerkonflikt mit den Geheimdiensten                  der Luftwaffe und Marine; ein Machtkampf zwischen dem Heeresgeneral                  Pinochet und dem Vertreter der Luftwaffe in der Junta, Gustavo                  Leigh, ging seinem Höhepunkt zu und endete bald darauf mit                  dem Ausscheiden Leighs aus der Junta. Pinochets Geheimdienst DINA                  und Leighs Geheimdienst SIFA fochten diesen Machtkampf stellvertretend                  und gelegentlich unter Einsatz von Schusswaffen aus. Einer der                  Streitpunkte war, ob die politischen Gefangenen vor Militärgerichten                  verurteilt und gegebenenfalls freigelassen (SIFA) oder heimlich                  liquidiert werden sollten (DINA).</p>
<p>Mehrere                  Länder hatten sich für Gladys Dí­az eingesetzt,                  darunter Österreich, das aber im chilenischen außenpolitischen                  Kalkül wenig Gewicht hatte. Die internationale Kampagne für                  ihre Freilassung war stark und dauerte von ihrer Verhaftung bis                  zur Ausreise. In der BRD baute sich ein Kraftfeld auf, zu dem                  das BMI, der Bundesverfassungsschutz (der gegen die Einreise war),                  und das AA auf der einen Seite und Solidaritätsgruppen, darunter                  auch Frauengruppen, gehörten. Das AA vertrat den Standpunkt                  der Zugehörigkeit zu einer pauschal als terroristisch eingestuften                  Organisation; die Solidaritätsgruppen und –organisationen                  setzten sich für Gladys Dí­az als wehrloser und ständig                  bedrohter Gefangener ein.</p>
<p>Die                  Unversöhnlichkeit der Pinochet-Diktatur und die Hartnäckigkeit                  der internationalen Solidaritätsbewegung, die tief in die                  Institutionen hinein wirkte, sind wohl nie so hart aufeinander                  geprallt wie im Falle von Gladys Dí­az. Die Diktatur geriet                  in das Dilemma, dass sie mit ihrer Freilassung Schwäche zeigen                  würde, eine langandauernde Gefangenschaft die Kampagne gegen                  die Menschenrechtsverletzungen gestärkt hätte und ihre                  Ermordung sie noch mehr isoliert hätte. Schließlich                  musste die Diktatur im Kampf der Maschinenpistolen gegen die Schreibmaschinen                  eine Niederlage einstecken. Nachdem das AA nach dreißigjähriger                  Sperrfrist die Akten zu Gladys Dí­az freigegeben hat, ist                  auch die damalige Solidaritätsarbeit genauer zu bewerten:                  Auch Aktionen, die ziellos und hilflos erschienen, all die Eingaben,                  Briefe und Anrufe, waren schließlich stärker als die                  Diktatur.</p>
<p>______</p>
<p>Die                  zitierten Dokumente aus dem AA finden sich im dortigen politischen                  Archiv, Sig. ZA 108.031 und 100.786. Die Akte Gladys Dí­az                  von amnesty international wurde irgendwann im Hochtemperaturofen                  einer Schreinerei verbrannt, obwohl sie keinerlei brisantes Material                  enthielt.<br />
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		<title>&#8220;Äußerste Zurückhaltung&#8221; – die Colonia Dignidad und die deutsche Diplomatie 1961-1978</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jul 2008 09:53:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Autor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Chile]]></category>
		<category><![CDATA[América Latina]]></category>
		<category><![CDATA[Colonia Dignidad]]></category>
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		<description><![CDATA[<strong>von Dieter Maier</strong>

Eine Akteneinsicht im Auswärtigen Amt, Berlin

Die Colonia Dignidad (heute: Villa Baviera) ist eine 1961 gegründete deutsche Sektensiedlung in Chile. Sie ging aus einer Abspaltung freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten) hervor. Ihr Führer Paul Schäfer floh 1961/62 mit seinen Anhängern nach Chile, da er wegen Kindesmissbrauchs von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde.
Schon zur Zeit der Auswanderung war die Sekte gegenüber dem Auswärtigen Amt (AA) konkret beschuldigt worden. Verwandte hatten sich an das AA und andere Behörden gewandt und geschrieben, die Ausreise einzelner Mitglieder sei womöglich nicht freiwillig gewesen. Seitdem gingen Dutzende von Briefen von Angehörigen bei der deutschen Botschaft in Santiago oder dem AA ein, die Missstände der Sekte während der Zeit in Siegburg schilderten und um Hilfe baten. Die Angehörigen mögen unter einem Vorwand in die Botschaft bestellt und ohne Dritte angehört werden, hieß es in solchen Briefen. Bei der Botschaft kamen Hilferufe von Siedlern an oder sie wurden von Verwandten aus Deutschland an die Botschaft oder das AA geschickt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>von Dieter Maier</strong></p>
<p>Eine Akteneinsicht im Auswärtigen Amt, Berlin</p>
<p>Die Colonia Dignidad (heute: Villa Baviera) ist eine 1961 gegründete deutsche Sektensiedlung in Chile. Sie ging aus einer Abspaltung freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten) hervor. Ihr Führer Paul Schäfer floh 1961/62 mit seinen Anhängern nach Chile, da er wegen Kindesmissbrauchs von der Staatsanwaltschaft gesucht wurde.<br />
Schon zur Zeit der Auswanderung war die Sekte gegenüber dem Auswärtigen Amt (AA) konkret beschuldigt worden. Verwandte hatten sich an das AA und andere Behörden gewandt und geschrieben, die Ausreise einzelner Mitglieder sei womöglich nicht freiwillig gewesen. Seitdem gingen Dutzende von Briefen von Angehörigen bei der deutschen Botschaft in Santiago oder dem AA ein, die Missstände der Sekte während der Zeit in Siegburg schilderten und um Hilfe baten. Die Angehörigen mögen unter einem Vorwand in die Botschaft bestellt und ohne Dritte angehört werden, hieß es in solchen Briefen. Bei der Botschaft kamen Hilferufe von Siedlern an oder sie wurden von Verwandten aus Deutschland an die Botschaft oder das AA geschickt.</p>
<p>Zum Artikel: <a href="http://vg07.met.vgwort.de/na/26ab3c8270c043339467043e0cafb6af?l=http://www.nmrz.de/wp-content/uploads/2009/11/Colonia_dignidad.pdf">„Äußerste Zurückhaltung“ – die Colonia Dignidad und die deutsche Diplomatie 1961-1978</a></p>
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