{"id":1232,"date":"2025-04-15T14:39:22","date_gmt":"2025-04-15T12:39:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/?p=1232"},"modified":"2025-04-15T14:39:24","modified_gmt":"2025-04-15T12:39:24","slug":"kolumbien-fortschritte-bei-der-suche-nach-verschwundenen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/kolumbien-fortschritte-bei-der-suche-nach-verschwundenen\/","title":{"rendered":"Kolumbien: Fortschritte bei der Suche nach Verschwundenen \u2013 ein Reisebericht"},"content":{"rendered":"\n<p>Vor zw\u00f6lf Jahren, im Sommer 2013, f\u00fchrten mich Angeh\u00f6rige von Verschwundenen und lokaler Menschenrechtsorganisationen in der von der Gewalt besonders heimgesuchten <em>Comuna 13<\/em> von Medell\u00edn auf einen H\u00fcgel oberhalb des Viertels. Von oben bot sich eine eindrucksvolle Rundsicht auf die Stadt Medell\u00edn, eingebettet in das Tal von Aburr\u00e1. Doch nicht dieses Panorama war der Grund des Besuchs, sondern der Blick direkt hinunter auf einen riesigen M\u00fcllberg \u2013 auf spanisch \u201eLa Escombrera\u201c. Dort unten, wurde mir erkl\u00e4rt, unter dem M\u00fcll von vielen Jahren liegen unsere verschwundenen Angeh\u00f6rigen. Eine unfertige Erinnerungstafel machte den Aussichtspunkt zum tristen Gedenkort f\u00fcr die bis heute nicht bekannte, aber auf \u00fcber f\u00fcnfhundert gesch\u00e4tzte Zahl von Opfern dieser Verbrechen allein in La Escombrera, w\u00e4hrend eine endlose Schlange von LKWs weiter M\u00fcll den Berg hinaufschaffte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-6.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1233\" width=\"498\" height=\"373\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-6.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-6-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Die Forderung der Angeh\u00f6rigen war auch hier, wie \u00fcberall, dass nach den Verschwundenen gesucht, sie identifiziert und ihren Familien zur Bestattung \u00fcbergeben werden m\u00fcssten. Doch wie das bei diesem gigantischen M\u00fcllberg je geschehen sollte, konnte sich so recht niemand vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im M\u00e4rz 2025 war ich erneut in Medell\u00edn. Und seither war viel geschehen. Die <em>Sonderjustiz f\u00fcr den Friedensprozess \u2013 JEP \u2013<\/em> hatte den Teil von La Escombrera, wo die Beobachtungen der Angeh\u00f6rigen und der Bewohner der <em>Comuna 13<\/em>, aber auch erste forensische Erkundungen vermuten lie\u00dfen, dass dort Opfer des Verschwindenlassens gefunden werden k\u00f6nnten, zum Sperrgebiet erkl\u00e4rt. Das Mittel dazu sind die \u201emedidas cautelares\u201c, Schutzma\u00dfnahmen, die die JEP nicht nur f\u00fcr Personen, sondern ebenso f\u00fcr Objekte und \u00d6rtlichkeiten wie Friedh\u00f6fe oder in diesem Fall eben eine M\u00fcllhalde erlassen kann, damit dort die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden ungest\u00f6rt und sicher nach den Verschwundenen suchen k\u00f6nnen. Dies geschah im August 2020, nach umfangreichen Voruntersuchungen mit Hilfe der Angaben der Angeh\u00f6rigen und der OrtsbewohnerInnen, Analysen von Luftaufnahmen und Bodenuntersuchungen erfolgten in den so definierten ca. 7000 qm erste Grabungen durch die <em>Beh\u00f6rde zur Suche nach vermutlich Verschwundenen (UBPD)<\/em>. Im Dezember 2024 hat diese Suche erste Ergebnisse gebracht: Die sterblichen \u00dcberreste von mindestens vier Personen wurden gefunden, zwei davon konnten vom zust\u00e4ndigen gerichtsmedizinischen Institut (<em>Medicina Legal<\/em>) bereits <a href=\"https:\/\/www.jep.gov.co\/Sala-de-Prensa\/Paginas\/fueron-identificadas-dos-victimas-de-desaparicion-forzada-halladas-en-la-escombrera.aspx\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">identifiziert<\/a> werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei meinem Besuch des Grabungsfelds im M\u00e4rz 2025 in Begleitung der UBPD, der JEP und \u00f6rtlicher Menschenrechtsorganisationen bot sich ein in jeder Hinsicht anderes Bild als 2013. Vor dem eigentlichen Sperrgebiert waren eine Reihe von Zeltplanen aufgestellt. Unter einer war eine Gruppe von Frauen versammelt, Angeh\u00f6rige der Verschwundenen mit ihrer Anw\u00e4ltin, die sich dort t\u00e4glich abwechselten, um ihr Recht auf Teilnahme an der Suche wahrzunehmen. H\u00e4ufig gesellen sich auch VertreterInnen der Menschenrechtsorganisationen dazu, die die Angeh\u00f6rigen \u00fcber die mehr als zwei Jahrzehnte begleitet haben. Unter einem anderen Zeltdach waren forensische Anthropologen der UBPD mit der Siebung von Erde besch\u00e4ftigt, in denen eventuell noch Splitter von Skeletten oder andere Indizien vorhanden waren, die zur Identifizierung von verschwundenen Personen und auch der Feststellung der Todesursachen dienen konnten. Auch die JEP, an diesem Tag in Person einer beigeordneten Richterin des Falles, f\u00e4hrt regelm\u00e4\u00dfig auf das Grabungsgel\u00e4nde, das unter ihrer Aufsicht steht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-8.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1235\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-8.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-8-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das eigentliche Grabungsfeld liegt unterhalb dieses Eingangsbereichs. Dort muss, angesichts des riesigen Areals, mit schwerem Ger\u00e4t gearbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-9.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1236\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-9.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-9-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Das ist keineswegs die ideale Vorgehensweise, k\u00f6nnen dabei doch Knochenreste zerst\u00f6rt werden und Information \u00fcber die Lage der Skelettreste verloren gehen. In Abw\u00e4gung der Vor- und Nachteile, so versichern die forensischen Anthropologen, h\u00e4lt man diese Methode f\u00fcr vertretbar. Denn die Baggerf\u00fchrer wurden sorgf\u00e4ltig geschult, und bei einem Eingriff in bisher unber\u00fchrtes Terrain begleitet ein\/e Forensiker\/in jede Bewegung der Maschine und interveniert, wenn Auff\u00e4lligkeiten zutage treten. Dann wird das Erdreich h\u00e4ndisch vorsichtig abgenommen und zur Feinsiebung nach oben gebracht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"454\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-7.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1234\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-7.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-7-300x225.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>Vier gefundene sterbliche \u00dcberreste von \u00fcber f\u00fcnfhundert allein aus der <em>Comuna 13<\/em> Verschwundenen bzw. von derzeit insgesamt in Kolumbien gesuchten <a href=\"https:\/\/unidadbusqueda.gov.co\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">124.734 Personen<\/a> ist offensichtlich eine Zahl, die niemanden befriedigen kann. Und dennoch sp\u00fcrte ich in meinen Gespr\u00e4chen mit allen Beteiligten eine Aufbruchsstimmung, ein Gef\u00fchl, dass endlich etwas vorankommt. Vielleicht liegt der Grund auch in dem, was mich am meisten beeindruckte: Ein ganz neuer Geist der Kooperation. In einer <a href=\"https:\/\/www.bivica.org\/file\/view\/id\/5968\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Studie<\/a>, die ich vor einigen Jahren mit meinen Kolleginnen Ver\u00f3nica Hinestroza (Kolumbien) und Iris Jave (Peru) \u00fcber die Institutionen zur Suche nach Verschwundenen in verschiedenen L\u00e4ndern unternahm, war ein hervorstechender Befund, dass die verschiedenen staatlichen Beh\u00f6rden untereinander meist nicht kooperierten, und erst recht nicht angemessen mit den Organisationen der Familienangeh\u00f6rigen. F\u00fcr Kolumbien stellten wir schon damals deutlich mehr Kooperation fest, nicht zuletzt, weil das Friedensabkommen mit seinem Institutionenverbund (<em>Sistema Integral de Verdad, Justicia, Reparaci\u00f3n y No Repetici\u00f3n<\/em>) von Wahrheitskommission (bereits abgeschlossen), JEP und UBPD eine auch normative Grundlage f\u00fcr die Kooperation bei der Suche nach Verschwundenen vorgab. Dennoch gab (und gibt es) auch in Kolumbien viel Nebeneinander und Bestehen auf jeweiligen Kompetenzen in Abgrenzung von anderen Institutionen. Genau das Gegenteil ist in Medell\u00edn zu sehen: Wie JEP, UBPD, Angeh\u00f6rige und Menschenrechtsorganisationen ihre jeweiligen St\u00e4rken und Kompetenzen zusammenf\u00fchren, st\u00e4ndig und kollegial miteinander kommunizieren und ihr gemeinsames Ziel, die Suche nach den Verschwundenen und die Aufkl\u00e4rung des Geschehenen nicht aus dem Auge verlieren, gibt Hoffnung. Der \u201eHumanit\u00e4re Auftrag\u201c (misi\u00f3n humanitaria), der auf jeder Jacke der UPBD-MitarbeiterInnen prangt, deutet auf das begrenzte Mandat dieser Einrichtung: Es ist nicht ihre Aufgabe, bei ihren Exhumierungen nach Indizien des Tathergangs oder der T\u00e4ter zu forschen. Das ist Aufgabe der JEP bzw. der Staatsanwaltschaft. Zu einer sorgf\u00e4ltigen forensischen Grabung oder Exhumierung geh\u00f6rt aber, egal wer sie unternimmt, die Erhebung aller vorhandenen Daten, die dann insgesamt der zust\u00e4ndigen gerichtsmedizinischen Abteilung des Bundesstaatsanwaltschaft (<em>Medicina Legal<\/em>) zu \u00fcbergeben sind, die weitere Analysen vornimmt. Eine Kugel neben einem Sch\u00e4del mit Loch im Kopf oder Brandspuren an Knochenresten, die f\u00fcr eine Identifizierung der Person unerheblich sein m\u00f6gen, m\u00fcssen also auch im Rahmen der \u201ehumanit\u00e4ren\u201c Suche erhoben und weitergeleitet werden. Umgekehrt wird die JEP, wenn sie eigene forensische Untersuchungen f\u00fcr die Prozessvorbereitung unternimmt, Indizien, die zur Identifizierung einer Person f\u00fchren k\u00f6nnen, nicht vernachl\u00e4ssigen. All das sind leider keine Selbstverst\u00e4ndlichkeiten, bei der auch finanziell so aufwendigen Arbeit an der Escombrera aber gl\u00fccklicherweise ebenso die Regel wie die auch von den <a href=\"https:\/\/www.un.org\/depts\/german\/menschenrechte\/ced-c7.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">UN-Leitprinzipien<\/a> (Prinzip 5) geforderte respektvolle Teilhabe der Familien und ihrer Vertretungen bei allen Aktivit\u00e4ten im Rahmen der Suche.<\/p>\n\n\n\n<p>Den gleichen Geist der Kooperation und der Achtung vor den Angeh\u00f6rigen konnte ich in Medell\u00edn auch bei der \u00dcbergabe der sterblichen Reste des vor \u00fcber 20 Jahren \u201everschwundenen\u201c Bauern Rafael Giraldo aus der Gegend von Granada \u00f6stlich von Medell\u00edn (Oriente antioque\u00f1o) auf dem Friedhof <em>Jard\u00edn Cementerio Universal<\/em> in Medell\u00edn erleben. Sein Leichnam war vor einem Jahr auf dem Friedhof von Cocorn\u00e1 (ebenfalls in Oriente antioque\u00f1o) gefunden worden, wo er nach seiner Verschleppung anonym hinterlassen worden war.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu der vierst\u00fcndigen Zeremonie unter der Bezeichnung \u201e<a href=\"https:\/\/unidadbusqueda.gov.co\/actualidad\/antioquia-medellin-entrega-digna-juan-rafael-giraldo-marzo-2025\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">entrega digna<\/a>\u201c (w\u00fcrdige \u00dcbergabe) war die Familie von der Menschenrechtsorganisation begleitet, die sie \u00fcber 20 Jahre bei der Suche unterst\u00fctzt hatte. Aber auch die UBPD, die JEP und die normale Staatsanwaltschaft waren vertreten und erkl\u00e4rten ihren jeweiligen Part bei der Suche des 2004 verschleppten Familienvaters. Im Mittelpunkt der Zeremonie standen aber die zahlreichen Familienangeh\u00f6rigen aus drei Generationen \u2013 die J\u00fcngeren hatten Rafael nicht einmal gekannt \u2013, die in bewegender und w\u00fcrdiger Form Abschied nehmen konnten, wenn auch nur von einem kleinen Beh\u00e4lter aus Holz voll Knochen und Erinnerungsst\u00fccken. F\u00fcr mich war es sehr ber\u00fchrend, an dieser Begegnung teilzunehmen, gepr\u00e4gt von gegenseitigem Respekt und Empathie bei allen Beteiligten. Der traurige Anlass der Feier wurde von der gemeinsam geteilten Erleichterung dar\u00fcber, dass die Suche nach Rafael Giraldo jetzt abgeschlossen werden konnte, \u00fcbert\u00f6nt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"430\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-10.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1237\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-10.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-10-300x213.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"455\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-11.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1238\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-11.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-11-300x226.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"455\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-12.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1239\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-12.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-12-300x226.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>*****<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Nachtrag zu diesem Bericht \u00fcber aktuelle Fortschritte bei der Suche nach Verschwundenen in Medell\u00edn muss noch sein. <a href=\"https:\/\/gewaltsames-verschwindenlassen.de\/laenderberichte\/alonso-salazar-j-el-largo-vuelo-del-ciriri-la-ardua-lucha-de-una-madre-por-su-hijo-desaparecido\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wie berichtet<\/a>, hat die im M\u00e4rz 2022 verstorbene Fabiola Lalinde alle Dokumente ihres jahrzehntelangen Kampfs f\u00fcr die Aufkl\u00e4rung des Verschwindenlassens ihres Sohns Luis Fernando sorgf\u00e4ltig gesammelt. 2018 hat sie dieses pers\u00f6nliche Archiv der Zweigstelle der Nationalen Universit\u00e4t von Kolumbien in Medell\u00edn vermacht. Dort konnte ich mit dem ersten Kurator dieses inzwischen von der UNESCO zum Weltged\u00e4chtniserbe erkl\u00e4rten Archivs, \u00d3scar Calvo, und der Historikerin Camila de los R\u00edos sprechen, die mir eine ausf\u00fchrliche Tour durch das physische und das bereits gut erschlossene digitale Archiv erm\u00f6glichte. Der \u201eFondo Fabiola Lalinde y Familia\u201c ist zwar nur ein Teil des ganzen \u201eLaboratorio de Fuentes Hist\u00f3ricas\u201d genannten historischen Archivs der Universit\u00e4t, es pr\u00e4gt aber bereits jetzt das ganze Archiv, nicht nur durch das gro\u00dfe Wandbild am Eingang, sondern auch durch das von Fabiola Lalinde \u00fcbernommene Motto \u201eDas Archiv soll sprechen\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Fabiola selbst hat immer mit allen gesprochen, die dazu bereit waren, auch mit ihren Widerparts in Milit\u00e4r und Beh\u00f6rden. Vielleicht ist das auch der Geist, der heute in Medell\u00edn die Beziehungen zwischen den verschiedenen Beteiligten an der Suche nach den Verschwundenen, nach Wahrheit und nach Gerechtigkeit pr\u00e4gt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"605\" height=\"455\" src=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-13.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1240\" srcset=\"https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-13.jpeg 605w, https:\/\/www.menschenrechte.org\/blog\/wp-content\/uploads\/2025\/04\/image-13-300x226.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 605px) 100vw, 605px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor zw\u00f6lf Jahren, im Sommer 2013, f\u00fchrten mich Angeh\u00f6rige von Verschwundenen und lokaler Menschenrechtsorganisationen in der von der Gewalt besonders&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":8,"featured_media":1235,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[138,91,137],"coauthors":[29],"class_list":["post-1232","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein","tag-kolumbien","tag-menschenrechte","tag-verschwindenlassen","post-archive"],"yoast_head":"<!-- This site is optimized with the Yoast SEO plugin v26.5 - 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