Hernán Santa Cruz (1906 – 1999) Chile
December 29th, 2008 | Category: Human Rights have Historyvon Rainer Huhle por Rainer Huhlevon Rainer Huhle
Foto: Hernán Santa Cruz (rechts) mit dem chilenischen Präsidenten Gabriel González Videla und der chilenischen UN – Diplomatin Ana Figueroa (1950 in New York)Foto: Hernán Santa Cruz (derecha) con el presidente chileno Gabriel González Videla y la diplomática Ana Figueroa (Nueva York, 1950)Foto: Hernán Santa Cruz (rechts) mit dem chilenischen Präsidenten Gabriel González Videla und der chilenischen UN – Diplomatin Ana Figueroa (1950 in New York)
Wie so vielen anderen, die ab 1945 in den Vereinten Nationen tätig wurden, kam diese Wendung in seiner Karriere auch für den chilenischen Juristen Hernán Santa Cruz überraschend. Er selbst sprach in seinen Memoiren, die er als fast Achtzigjähriger veröffentlichte, von dieser Periode als seinem „zweiten Leben“. Seit seinem siebzehnten Lebensjahr war er – schon neben seinem Jurastudium – in der Militärjustiz seines Landes tätig gewesen, später als Berufungsrichter am Militärgerichtshof in Santiago und als Dozent an der Polizeihochschule. In den vierziger Jahren leitete er zeitweise das chilenisch-brasilianische Kulturinstitut in Rio de Janeiro, wo er Freundschaft schloss mit Gabriel González Videla, dem prominenten Politiker der Radikalen Partei, der damals chilenischer Botschafter in Brasilien war. González Videla nahm dann 1945 als Mitglied der chilenischen Delegation an der Gründungskonferenz der UNO teil, und als er im September 1946 Präsident Chiles wurde, erinnerte er sich seines Freundes Santa Cruz und machte ihn zum ersten Botschafter Chiles bei den Vereinten Nationen.
In dieser Eigenschaft wurde Santa Cruz Anfang 1947 in die neu gegründete, aus 18 Delegierten bestehende Menschenrechtskommission gewählt. Um die Arbeit an der Menschenrechtserklärung (und dem gleichzeitig geplanten Menschenrechtspakt) voranzubringen, bildete die Menschenrechtskommission im Sommer 1947 ein Redaktionskomitee aus acht Mitgliedern. Diesem kleinen einflussreichen Gremium gehörte auch Hernán Santa Cruz an. Der chilenische Entwurf war einer der wenigen, die zu diesem frühen Zeitpunkt vorgelegt wurden. Die Sitzungsprotokolle und Berichte verschiedener Kollegen belegen, dass Santa Cruz auch in der Diskussion immer wieder wichtige Themen einbrachte, etwa schon bei der Formulierung des grundlegenden Rechts auf Leben. Er wollte, dass die UNO klar gegen die Todesstrafe und die Folter Stellung bezog.
Schon sehr früh auch drängte Santa Cruz auf die gleichwertige Behandlung der wirtschaftlichen und sozialen mit den politischen Rechten. Sein einleuchtendes Argument, das bis heute noch nicht allgemein nachvollzogen worden ist, kleidete er u.a. in einen Satz für die Präambel der Erklärung. „Um die fundamentalen Freiheiten zu genießen, müssen die Menschen biologisch und wirtschaftlich vor sozialer Unsicherheit geschützt werden.“ Aus seiner Sicht war es gerade auch die Garantie der wirtschaftlichen und sozialen Rechte, die eine Wiederkehr des Faschismus verhindern könnten. Santa Cruz war nicht der einzige, der sich für die Verankerung der wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte in der Menschenrechtscharta einsetzte. Etliche andere lateinamerikanische Staaten, aber auch z.B. Frankreich, Australien, Neuseeland und andere „kleine“ Staaten unterstützten diese Erweiterung des klassischen Menschenrechtskatalogs, nachdem die USA immer mehr Bedenken gegen diese ursprünglich von Präsident Roosevelt formulierten Rechte vorbrachten. Doch die Zeitgenossen stimmen in ihren Erinnerungen darin überein, dass niemand sich die WSK-Rechte so hartnäckig auf die Fahnen schrieb wie Hernán Santa Cruz.
In seiner Rede auf der Vollversammlung am 9. Dezember 1948 bei der Schlussdebatte über die Allgemeine Erklärung hob Santa Cruz die Punkte hervor, die aus seiner Sicht Neuland bedeuteten und entscheidend für den Wert dieser Erklärung waren. Für ihn waren das der Artikel 3, der das Recht auf Leben, Freiheit und persönliche Sicherheit proklamiert, Art. 22, der diese Sicherheit als Anspruch auf soziale Sicherung und auf die wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Rechte definiert, und Art. 28, der diese Rechte in den Kontext eines Anspruchs auf eine soziale internationale Ordnung stellt, die diese Rechte auch garantieren kann.
Dass die „internationale Ordnung“, also in erster Linie die UNO selbst, in der Menschenrechtserklärung als „soziale und internationale Ordnung“ definiert wird, findet heute kaum noch Beachtung, ebenso wenig wie der Gedanke, dass das Recht auf Leben auch eine soziale Bedeutung hat. Für Santa Cruz und viele seiner MitstreiterInnen war jedoch gerade dieser Zusammenhang entscheidend. Santa Cruz jedenfalls widmete seine weitere berufliche Laufbahn im Rahmen der UNO in erster Linie der Arbeit an dieser internationalen Ordnung, die allen Menschen die Grundlagen für ein würdiges Leben in sozialer Sicherheit garantieren sollte.
Den ersten Vorstoß für eine solche internationale Ordnung unternahm Santa Cruz parallel zu seiner Arbeit in der Menschenrechtskommission bereits ab Mitte 1947, als er im Rahmen des Wirtschafts- und Sozialrats der UNO (ECOSOC) die Gründung einer regionalen Wirtschaftskommission für Lateinamerika betrieb. Dank seinem Verhandlungsgeschick wurde sie bereits im Februar 1948 tatsächlich gegründet, mit Sitz in Santiago de Chile. Diese CEPAL sollte in den kommenden Jahren eine führende Rolle in der Diskussion um die internationale Entwicklungspolitik spielen.
Santa Cruz selbst wechselte 1953 vom diplomatischen Dienst Chiles in die UNO und arbeitete von dort aus an der Umsetzung der wirtschaftlichen und sozialen Menschenrechte. Sein besonderes Augenmerk galt bald dem Recht auf Nahrung, gewissermaßen dem Kern der sozialen Rechte und der daran orientierten Entwicklungspolitik. Der 2. Absatz des Art. 11 des Pakts über wirtschaftliche und soziale Rechte, in dem das „Recht eines jeden, vor Hunger geschützt zu sein“ proklamiert wird und die Staaten aufgefordert werden, konkrete politische Maßnahmen zur Verwirklichung dieses Rechts zu ergreifen, trägt Santa Cruz‘ Handschrift. Ab 1958 begann er dann, in der FAO, der UN-Organisation für Nahrungsmittel und Landwirtschaft zu arbeiten, wo er Regionaldirektor für Lateinamerika und bald auch Subdirektor der Gesamtorganisation wurde. Die FAO blieb der zentrale Bezugspunkt seiner Arbeit in den Vereinten Nationen bis zum Ruhestand 1984. Daneben war er praktisch in allen Bereichen der UN tätig, in denen es um Sozialpolitik, Entwicklungsprobleme und die Anliegen der Dritten Welt ging: UNCTAD, ILO, UNDP, Gruppe 77 oder die Bewegung der Blockfreien.
Das zweite große Thema von Santa Cruz in der UNO war der Kampf gegen den Rassismus. Ende 1952 wurde er zum Präsidenten der neu gegründeten UN-Kommission zur Untersuchung des südafrikanischen Apartheid-Systems (UNCORS) ernannt, die den Kampf der UNO gegen die Apartheid bis zu deren Ende 1994 einleitete. 1954 wurde Santa Cruz auch zum Mitglied der Unterkommission für die Verhütung von Diskriminierung und den Schutz von Minderheiten ernannt, der er insgesamt 20 Jahre angehörte. Zudem war er Sonderberichterstatter für rassistische Diskriminierung. Während dieser Zeit schrieb Santa Cruz zwei wegweisende Berichte über diese Frage. Als ihn die FAO, die CEPAL und die anderen UN-Institutionen in den Ruhestand verabschiedeten, wurde er als eine der großen Persönlichkeiten gefeiert, die das menschenrechtliche Gesicht der UNO geprägt hatten.
Como la de muchos otros, la carrera del jurista chileno Hernán Santa Cruz dio un giro inesperado cuando en 1945 comenzó a trabajar en las Naciones Unidas. En sus memorias, que publicó con casi ochenta años, describe ese periodo como su “segunda vida“. A los diecisiete años comenzó a trabajar para la justicia militar de su país, estudió Derecho y más adelante fue juez de apelación en la Corte Marcial de Santiago y profesor en la Academia Superior de Estudios Policiales. En los años cuarenta dirigió durante un tiempo el Instituto Chile-Brasil en Rio de Janeiro, donde trabó amistad con Gabriel González Videla, conocido político del Partido Radical que por entonces era embajador chileno en Brasil. En 1945 González Videla asistió a la conferencia de fundación de la ONU como miembro de la delegación chilena y, al ser elegido presidente del gobierno en septiembre del año siguiente, nombró a su amigo Santa Cruz primer embajador de Chile en las Naciones Unidas.
A principios de 1947 Santa Cruz fue elegido para la recién creada Comisión de Derechos Humanos, que constaba de 18 delegados. Con el objetivo de llevar adelante la Declaración Universal (y el pacto sobre derechos humanos planteado a la vez), en verano de 1947 la Comisión creó un comité de redacción de ocho miembros, del que Hernán Santa Cruz también formó parte. Chile fue unos de los pocos países que hasta ese momento habían presentado un borrador. Las actas de sesión y los informes de algunos de sus homólogos prueban que Santa Cruz aportaba continuamente ideas importantes a los debates, sobre todo en relación a la formulación del derecho a la vida, que consideraba básico. Quería que la ONU tomase partido contra la pena de muerte y la tortura.
Santa Cruz también insistía en que los derechos económicos y sociales se trataran igual que los políticos. Su convincente argumento al respecto, que aún no ha sido aceptado por todo el mundo, lo expuso en un punto del preámbulo de la Declaración Universal: “Para gozar de las libertades fundamentales, las personas tienen que estar protegidas biológica y económicamente de la inseguridad social“. Desde su punto de vista, era precisamente la garantía de los derechos económicos y sociales lo que podía evitar el retorno del fascismo. Santa Cruz no fue el único que abogó por que se fijaran dichos derechos en la Declaración. Algunos Estados de América Latina, además de Francia, Australia, Nueva Zelanda y otros “países pequeños“, apoyaron la ampliación del listado clásico de derechos humanos después de que Estados Unidos pusiera en duda los derechos económicos, sociales y culturales, originalmente formulados por el Presidente Roosevelt. Sin embargo, sus contemporáneos coinciden en que nadie luchó tan obstinadamente por esos derechos como Hernán Santa Cruz.
En su discurso sobre la Declaración Universal en la Asamblea Plenaria del 9 de diciembre de 1948, Santa Cruz destacó los artículos que desde su punto de vista abrían una nueva perspectiva y dotaban de verdadero valor a la Declaración: el artículo 3, que proclama el derecho a la vida, a la libertad y a la seguridad de la persona, el artículo 22, que define esa seguridad como el derecho a la seguridad social y a la satisfacción de los derechos económicos, sociales y culturales, y el artículo 28, que proclama el derecho a que se establezca un orden social e internacional que garantice esos derechos.
Hoy en día apenas llama la atención que el “orden internacional“ aparezca definido como “orden social e internacional“ en la Declaración, ni la idea de que el derecho a la vida también tenga un sentido social. Sin embargo, para Santa Cruz y muchos de sus compañeros, la relación entre ambos elementos era crucial. De hecho Santa Cruz dedicó su posterior carrera profesional en la ONU a crear el orden internacional que debía garantizar a todo el mundo una vida digna y con seguridad social.
A mediados de 1947, paralelamente a su trabajo en la Comisión de Derechos Humanos, Santa Cruz tomó una primera iniciativa para ese orden internacional al impulsar la creación de la Comisión Económica para América Latina (CEPAL) en el marco del Consejo Económico y Social de la ONU. Gracias a su habilidad negociadora, en 1948 se fundó finalmente la CEPAL y se estableció su sede en Santiago de Chile. En los siguientes años la CEPAL desempeñaría un papel importante en el debate sobre la política de desarrollo internacional.
En 1954 Santa Cruz cambió el servicio diplomático de Chile por la ONU, donde trabajó en la implantación de los derechos económicos y sociales. Desde un primer momento centró su atención en el derecho a la alimentación, en cierta manera el núcleo de los derechos sociales y de la política de desarrollo. El segundo punto del artículo 11 del Pacto Internacional de Derechos Económicos, Sociales y Culturales, en el que se proclama “el derecho fundamental de toda persona a estar protegido contra el hambre“ y que exige a los Estados emprender medidas políticas concretas para el cumplimiento de ese derecho, lleva el sello de Santa Cruz. En 1958 entró en la FAO (Organización de las Naciones Unidas para la Agricultura y la Alimentación), donde fue representante regional para América Latina y el Caribe y subdirector de la organización. La FAO fue el punto principal de referencia de su trabajo en las Naciones Unidas hasta su jubilación en 1984. Santa Cruz intervino además prácticamente en todos los órganos de la ONU relacionados con la política social, los problemas de desarrollo y las necesidades del Tercer Mundo: la CNUCYD, la OIT, el PNUD y el G-77 o Movimiento de Países No Alineados.
La otra gran preocupación de Santa Cruz era la lucha contra el racismo. A finales de 1952 fue nombrado presidente de la recién fundada Commission on the Racial Situation in the Union of South Africa (UNCORS), que lideró la lucha de la ONU contra el apartheid hasta su abolición en 1994. En 1954 Santa Cruz se convirtió en miembro de la Subcomisión de Prevención de Discriminaciones y Protección a las Minorías, de la que formó parte veinte años. Además fue Relator Especial sobre la discriminación racial, una materia sobre la que escribió dos informes muy influyentes. Cuando la FAO, la CEPAL y las otras instituciones de la ONU le concedieron la jubilación, fue elogiado como una de las grandes personalidades que habían marcado la reputación de la ONU sobre derechos humanos.
Foto: Hernán Santa Cruz (Mitte) mit den späteren Präsidenten Eduardo Frei und Salvador Allende (1950) >Foto: Hernán Santa Cruz (en el centro) con el posterior presidente Eduardo Frei y Salvador Allende (1950) >Foto: Hernán Santa Cruz (Mitte) mit den späteren Präsidenten Eduardo Frei und Salvador Allende (1950) >
Nur in seinem Heimatland Chile ist das Bild von Santa Cruz etwas zwiespältiger. Während die Regierung bei seinem Tod 1999 seine großen Verdienste vor allem im Zusammenhang mit der Gründung von CEPAL und auch seine persönliche Freundschaft mit Salvador Allende hervorhob, erinnerten sich andere daran, dass von Santa Cruz während der Zeit der Pinochet-Diktatur kaum etwas zu hören war, obgleich er zu den Mitgliedern der „Academia de Humanismo Cristiano“ und der Chilenischen Menschenrechtskommission gehörte, zwei Vereinigungen, die den menschenrechtlichen Widerstand gegen die Diktatur mittrugen. Die Älteren dachten wohl auch noch an die Zeit, als Santa Cruz‘ Freund und Förderer Gabriel González Videla Präsident war. González Videla war 1946 an der Spitze einer Koalition aus seiner Radikalen Partei, Liberalen und Kommunisten an die Regierung gekommen. Diese „Volksfront“ zerbrach, als 1947 die Kommunisten eine Serie von Streiks der Bergarbeiter in verschiedenen Landesteilen unterstützten. González Videla warf die Kommunisten nicht nur aus der Regierung, er verbot die Partei, nahm ihren führenden Vertretern die bürgerlichen Rechte und internierte sie sowie die Gewerkschaftsführer in Lagern in entlegenen Wüstengebieten. Andere, wie Pablo Neruda, mussten ins Ausland fliehen. Auch international vollzog González Videla eine radikale Wende. War er noch 1945 bei der UNO-Gründung Teil einer chilenischen Delegation gewesen, der als einziger auch kommunistische Delegierte angehörten, darunter der Generalsekretär der KP Chiles, so setzte sich González Videla als Präsident nun in Lateinamerika an die Spitze der antikommunistischen Bewegung, die den Kalten Krieg endgültig auf den Kontinent brachte.
Auch in der UNO focht Santa Cruz einige harte Auseinandersetzungen mit den Vertretern der kommunistischen Staaten aus. Mit Entschiedenheit setzte er sich für die von den Kommunisten gestürzte tschechoslowakische Regierung von Präsident Beneš ein, mit dessen Außenminister Masaryk ihn auch eine persönliche Freundschaft verband. Und ebenso entschieden focht er den Streit mit der sowjetischen Regierung aus, als diese sich weigerte, die russische Ehefrau eines chilenischen Diplomaten ausreisen zu lassen. Für Santa Cruz war dies eine eklatante Verletzung nicht nur der diplomatischen Regeln sondern auch der eben erst beschlossenen Menschenrechte z.B. auf freie Ausreise und auf Gründung einer Familie. Diese und andere Erfahrungen machten ihn zu einem entschiedenen Gegner der kommunistischen Politik und Ideologie.
Als dann Anfang 1949 der kommunistisch dominierte Weltgewerkschaftsbund und die Diplomaten des Ostblocks die Situation in Chile auch vor die UNO brachten, oblag es Santa Cruz als chilenischem Botschafter, die Position seiner Regierung zu vertreten. Er tat das nicht nur in Form einer Reihe von nachvollziehbaren Gegenangriffen, sondern auch mit Argumenten, in denen wenig von seinen in der UNO vertretenen menschenrechtlichen Positionen zu spüren war. Die Maßnahmen der Regierung seien „exemplarisch moderat“ gewesen. Das „Gesetz über die permanente Verteidigung der Demokratie“, das u.a. den Kommunisten das aktive und passive Wahlrecht nahm, sei ordentlich vom Parlament verabschiedet worden und daher demokratisch. Und in den Verbannungslagern in der Wüste, die längst aufgelöst seien, habe ein „beneidenswertes Klima“ geherrscht.
Die Unterdrückung der KP Chiles und die Zerschlagung der kommunistisch inspirierten Gewerkschaften rechtfertigte er damit, dass sie keine nationalen Interessen, sondern die einer ausländischen Macht vertrete. Er ließ es sich nicht nehmen, dabei sogar auf seine eigene Rede vor der Generalversammlung am 9.12.48 bei der Abstimmung über die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte zu verweisen. Dort hatte er in der Tat erklärt, dass Gruppen, die den Befehlen fremder Mächte unterworfen seien, keine öffentlichen Ämter übernehmen könnten, weil die Demokratie auf nationaler Solidarität beruhe. Er hatte aber hinzugefügt, dass Versuche, dem Staat die Auslegung der proklamierten Menschenrechte zu überlassen, in den Debatten gescheitert seien, weil das auf die Proklamation „totalitärer Rechte des Staates“ hinauslaufe, während die Menschenrechte unveräußerlich seien. Diesen zweiten Teil erwähnte Santa Cruz bei seinem Rückblick allerdings nicht mehr.
So zeigt sich am Beispiel eines der verdienstvollsten Autoren der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, wie der Kalte Krieg und die Realitäten der politischen und sozialen Kämpfe in den einzelnen Nationen nicht nur die Realisierung der proklamierten Menschenrechte in Frage stellten, sondern schon sehr früh auch zu verhängnisvollen Uminterpretationen dieser so mühsam errungenen Rechte führten. Gerade in Lateinamerika, nicht nur in Chile, waren der Auftritt auf der internationalen Bühne der Vereinten Nationen und die tatsächliche Politik zu Hause von Anfang an meist zwei sehr verschiedene Dinge.
Sin embargo, la imagen de Santa Cruz es algo ambigua en su Chile natal. Cuando murió en 1999, el gobierno realzó sus grandes méritos, sobre todo en relación a la fundación de la CEPAL y a su amistad con Salvador Allende, mientras que otros recordaron que apenas había aparecido en escena durante la dictadura de Pinochet, a pesar de ser miembro de la Academia de Humanismo Cristiano y de la Comisión Chilena de Derechos Humanos, dos organizaciones contrarias a la dictadura. Los más viejos se acordaban perfectamente de la época en que Gabriel González Videla, amigo y colaborador de Santa Cruz, era presidente. En 1946 González Videla, al frente de una coalición del Partido Radical con liberales y comunistas, se convirtió en presidente del gobierno. Pero ese frente popular se rompió cuando en 1947 los comunistas apoyaron una serie de huelgas mineras en diferentes regiones. González Videla echó a los comunistas del gobierno, prohibió el partido, desposeyó a sus líderes de los derechos civiles y los internó junto a los líderes sindicales en campamentos en lejanas zonas desérticas. Otros, como Pablo Neruda, tuvieron que escapar al extranjero. González Videla también llevó a cabo un cambio radical a nivel internacional. En la conferencia de fundación de la ONU de 1945, formó parte de la delegación chilena, la única con delegados comunistas, entre ellos el secretario general del partido comunista de Chile. Sin embargo, una vez en el gobierno, González Videla lideró el movimiento anticomunista en América Latina, que acabó llevando la Guerra Fría al continente.
Santa Cruz también mantuvo duros enfrentamientos con los representantes de los países comunistas en la ONU. Respaldó firmemente al gobierno del presidente checoslovaco BeneÅ¡, que había sido derrocado por los comunistas y a cuyo ministro de asuntos exteriores, Masaryk, unía una amistad. También se enfrentó al gobierno soviético al no permitir éste salir al extranjero a la mujer rusa de un diplomático chileno. Para Santa Cruz eso no era sólo una clara violación de las normas diplomáticas, sino también de los derechos humanos, a saber: del derecho a salir de un país y de formar una familia. Esas y otras situaciones semejantes hicieron de él un firme opositor de la política y la ideología comunista.
Cuando a principios de 1949 la Federación Sindical Mundial, dominada por los comunistas, y los diplomáticos del bloque oriental denunciaron ante la ONU la situación política en Chile, le incumbió a Santa Cruz como embajador chileno defender la posición de su gobierno. Aunque sus argumentos frente a la campaña de la FSM eran comprensibles, apenas se percibían en ellos las ideas sobre derechos humanos que había defendido en la ONU. Afirmó que las medidas del gobierno habían sido “ejemplarmente moderadas“ y que la Ley de Defensa Permanente de la Democracia, que entre otras cosas había desposeído a los comunistas del derecho a voto activo y pasivo, había sido aprobada por el parlamento, y por lo tanto era democrática. Incluso comentó que en los campos de exiliados del desierto, que habían dejado de funcionar hacía tiempo, había habido un “clima envidiable“.
Santa Cruz justificaba la ilegalización del partido comunista de Chile y la desarticulación de los sindicatos comunistas alegando que no defendían intereses nacionales, sino los intereses de una potencia extranjera. Remitió al discurso que había pronunciado en la Asamblea General el 9 de diciembre de 1948, antes de la votación por la Declaración Universal de Derechos Humanos. Allí había declarado que, puesto que la democracia se basa en la solidaridad nacional, los miembros de grupos sometidos a potencias extranjeras no deberían poder recibir cargos públicos. Pero había agregado que los intentos de confiar al Estado la interpretación de los derechos humanos habían fracasado en los debates porque eso equivalía a la proclamación de “derechos totalitarios del Estado“, que chocaban con el carácter inalienable de los derechos humanos. Sin embargo, Santa Cruz no volvió a mencionar esa segunda parte en su retrospección.
El ejemplo de uno de los autores más beneméritos de la Declaración Universal de Derechos Humanos demuestra cómo la Guerra Fría y las luchas políticas y sociales en algunos países, además de poner en duda el cumplimiento de los derechos humanos, conducen a malinterpretaciones de esos derechos que tanto esfuerzo ha costado conseguir. No sólo en Chile, sino en toda América Latina, la proclamación de principios en las Naciones Unidas y la verdadera política nacional de los Estados han sido siempre dos cosas muy diferentes.
Traducción del alemán: Álvaro Martín Martín
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