Rezensionen

Freie und faire Wahlen?

21. August 2020 | Von

Weltweit wird gewählt. Doch nicht jede Wahl ist demokratisch. Auf anschauliche und leicht verständliche Weise zeigt die Studie von Michael Krennerich auf, wie nationale Wahlen in Demokratien und Autokratien durchgeführt werden.



Cristina Cattaneo: Namen statt Nummern. Auf der Suche nach den Opfern des Mittelmeers, Zürich (Rotpunktverlag) 2020, 207 Seiten

14. Juni 2020 | Von

„Italien, das Land, das herzlos Flüchtlinge abweist, Italien, das Land, wo die Behörden machtlos und unfähig sind, Italien…“

Wer solche Vorurteile pflegt, dem sei dieses schmale Buch besonders empfohlen. Denn Italien ist eben auch das Land, an dem ein großer Teil der Migranten und Flüchtenden ankommt, die aus Afrika nach Europa zu gelangen suchen.  Entsetzlich viele von ihnen kommen jedoch nie an, sondern ertrinken unterwegs im Mittelmeer, manchmal schon in Sichtweise der ersehnten Küste. Ein solches Drama vor der Insel Lampedusa erschütterte im Jahr 2013 die Welt,  und Viele sahen, wie die Fischer alles taten, um die Menschen des sinkenden Schiffs zu retten und wie sehr sich die Behörden und Bewohner der Insel um die Überlebenden kümmerten. Was aber passierte mit den Toten?



Eine verpasste Chance: Menschenrechte. AUS POLITIK UND ZEITGESCHICHTE, 70. Jahrgang, 20/2020, 11. Mai 2020

13. Juni 2020 | Von

Die wöchentlich von der Bundeszentrale für Politische Bildung publizierte Broschüre „Aus Politik und Zeitgeschichte“ ist ein viel genutztes Instrument in der politischen Bildungsarbeit. Das im Mai 2020 erschienene Themenheft „Menschenrechte“ ist leider wenig hilfreich.



Bielefeldt, Heiner / Wiener, Michael: Religionsfreiheit auf dem Prüfstand. Konturen eines umkämpften Menschenrechts, transcript-Verlag, Bielefeldt 2020, 275 Seiten

8. Juni 2020 | Von

In Deutschland lässt sich wohl niemand finden, der mehr Erfahrung und Kompetenz im Überlappungsbereich von Philosophie, Menschenrechts-Praxis und Religionspolitik mitbringt als der Erlanger Professor Heiner Bielefeldt. Zusammen mit seinem Kollegen Michael Wiener, Mitarbeiter im UN-Hochkommissariat für Menschenrechte in Genf, stellt er jetzt die Religionsfreiheit auf den Prüfstand.



Morsink, Johannes: The Universal Declaration of Human Rights and the Holocaust. An Endangered Connection, Washington (Georgetown University Press) 2019, 333 Seiten

30. März 2020 | Von

In diesem Artikel setzt sich Rainer Huhle mit dem Buch “The Universal Declaration of Human Rights and the Holocaust. An Endangered Connection” von Johannes Morsink auseinander.



Otto Böhm „Die Suche nach Schuld und Gerechtigkeit – Eine politische Fachdidaktik des Internationalen Militärtribunals von Nürnberg“

10. Dezember 2019 | Von

Mit seiner Dissertation „Die Suche nach Schuld und Gerechtigkeit – Eine politische Fachdidaktik des Internationalen Militärtribunals von Nürnberg“ erstellt Otto Böhm ein erstes didaktisches Konzept für die politische Bildungsarbeit zu der juristischen Zuschreibung von Schuld an schwersten Menschenrechtsverbrechen.



Auch in Asien wurden die Menschenrechte entwickelt.

27. November 2019 | Von

Bertrand und Robin Ramcharan verfolgen in “Asia and the Drafting of the Universal Declaration of Human Rights” einen systematischen Ansatz, der ganz Asien in den Blick nimmt und die asiatischen Beiträge zur Entwicklung der Menschenrechte auch bis in die Gegenwart verfolgt.



Charta der Grundrechte der Europäischen Union. Kommentar von Jürgen Meyer / Sven Holscheidt (Hrsg.), Baden-Baden (Nomos) 2019, 5. Auflage, 1030 Seiten

5. November 2019 | Von

Bereits 2003, also gut zwei Jahre nach Verabschiedung der Grundrechte-Charta, legte Jürgen Meyer einen ersten wissenschaftlichen Kommentar zur Charta vor. Die nunmehr erschienene fünfte Auflage des Standardwerks, die als zweiten Herausgeber Sven Holscheidt einbezieht, ist inzwischen auf fast den doppelten Umfang angewachsen. Darin spiegelt sich die Entwicklung der Rechtsprechung allgemein, aber vor allem zu neueren Rechtsgebieten wie z.B. des Datenschutzes, aber auch der sozialen Rechte. Dass auch der Abschnitt über die Anwendbarkeit der Charta (der genannte Artikel 51 und die restlichen drei der insgesamt 54 Artikel) weitaus ausführlicher zu kommentieren ist, zeigt die gewachsene Relevanz dieser Charta der Grundrechte aller EU-BürgerInnen.



Vordermayer, Margaretha Franziska: Justice for the Enemy? Die Verteidigung deutscher Kriegsverbrecher durch britische Offiziere in Militärgerichtsprozessen nach dem Zweiten Weltkrieg (1945-1949), Baden-Baden (Nomos) 2019

5. November 2019 | Von

Die Studie von Margaretha Franziska Vordermayer über die Verteidiger von NS-Kriegsverbrechern vor Militärgerichten in der britischen Besatzungszone ergänzt zwei Forschungsfelder, die in den letzten Jahren stärker ins Blickfeld gerückt sind: Die Verteidiger in den Prozessen gegen nationalsozialistische Täter,; und zum andern die Bedeutung der zahlreichen NS-Prozesse jenseits der Nürnberger Prozesse, die in allen Besatzungszonen sowie in den von den Nazis besetzten Ländern stattfanden und in denen weit mehr Personen angeklagt und verurteilt wurden als in den 13 Nürnberger Verfahren.



Gemählich, Matthias: Frankreich und der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/46, Berlin etc. (Peter Lang) 2018, 391 Seiten

28. Januar 2019 | Von

In seinem Buch “Frankreich und der Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher 1945/46” hat Matthias Gemählich eine erste umfassende Gesamtdarstellung der französischen Rolle im Internationalen Militärtribunal vorgelegt, und zwar von den ersten Überlegungen innerhalb der Regierung des „freien Frankreich“ des Generals de Gaulle über die – späte – Beteiligung an der Londoner Konferenz, die das Statut des Tribunals beschloss, die im kriegsgeschädigten Frankreich schwierige Zusammenstellung der französischen Vertretung in Nürnberg, die politische und juristische Konzeption der Anklage und die Rolle der französischen Richter bei der Urteilsfindung bis hin zu den Folgen des Prozesses für die gerichtliche und politische Aufarbeitung der Vergangenheit in Frankreich.