
Am 8. März finden in Bayern erneut Kommunalwahlen statt. In Nürnberg besteht dabei die Möglichkeit, den Stadtrat neu zu wählen. Für viele Wahlberechtigte sind menschenrechtliche Fragen und eine sozial gerechte Stadtpolitik von besonderer Bedeutung, zugleich ist jedoch nicht immer klar, wie Parteien und Kandidat*innen diese Themen bewerten.
Vor diesem Hintergrund wurde der Lokal-O-Mat 2026 entwickelt. Ziel ist es, menschenrechtliche Anliegen stärker in den Fokus der öffentlichen Debatte zu rücken. In Kooperation mit regionalen Partnerorganisationen haben wir hierfür einen kommunalen Wahlmonitor geschaffen: den Lokal-O-Mat 2026.
Der Lokal-O-Mat orientiert sich in seiner Funktionsweise am bekannten Wahl-O-Mat. Nutzer*innen können menschenrechtlich relevante Aussagen mit „Stimme zu“, „Stimme nicht zu“ oder „Neutral“ bewerten. Im Anschluss lassen sich die eigenen Positionen mit den Antworten der kandidierenden Personen bzw. der Parteien vergleichen. Zusätzlich werden die Positionen der Parteien und Gruppierungen transparent dargestellt, da diese i.d.R. zu jeder These eine kurze Begründung abgegeben haben.
Für den Lokal-O-Mat wird das digitale Portal VOTO genutzt. Die Nutzung ist kostenfrei, ohne Registrierung möglich und erfolgt anonym. Der Zugang erfolgt über folgenden Link:
https://app.voto.vote/de/elections/9360412
Der Lokal-O-Mat soll eine informierte Wahlentscheidung unterstützen. Der Lokal-O-Mat ist dabei aber keine Wahlempfehlung, sondern ein Informationsangebot zur Kommunalwahl und der Nürnberger Stadtpolitik. Eine Weiterverbreitung des Angebots, etwa im persönlichen Umfeld oder über soziale Medien, ist ausdrücklich erwünscht.
Methodik
Ausgangsziel des Lokal-O-Mats war es, möglichst viele menschenrechtlich relevante Themenbereiche abzudecken, die kommunale Handlungsspielräume berühren und praktisches Gestaltungspotenzial aufweisen. Dazu zählen unter anderem:
- Recht auf Wohnen sowie Schutz vor Armut und Obdachlosigkeit
- Inklusion und Barrierefreiheit
- Klimagerechtigkeit und Umweltschutz
- Recht auf Asyl, Unterbringung und Teilhabe für Migrant*innen
- Gleichbehandlung, Diversität und Schutz vor Diskriminierung
- Kinderrechte, Jugendbeteiligung und Bildung
- Demokratieförderung und Zivilgesellschaft
- Erinnerungskultur
- Recht auf Gesundheit
- Kommunales Engagement für Menschenrechte
Bei jeder These im Lokal-O-Mat ist ersichtlich, welchem Themenbereich sie zugeordnet ist.
Nach der Identifikation der Themenfelder wurden regionale Organisationen kontaktiert, die auf Grundlage ihrer jeweiligen Expertise praxisnahe und für Nürnberg relevante Aussagen einbringen konnten. Die Resonanz war sehr groß: Insgesamt gingen weit über 90 Thesenvorschläge ein. Diese wurden zusammengeführt, redaktionell überarbeitet und anschließend den im Stadtrat vertretenen Parteien zur Beantwortung zugesendet. Nach Ablauf der offiziellen Frist zur Einreichung von Wahlvorschlägen am 8. Januar bzw. nach den notwendigen Unterschriftensammlungen bis einschließlich 19. Januar wurden die Thesen auch allen weiteren zur Wahl zugelassenen Gruppierungen übermittelt.
Alle zur Kommunalwahl in Nürnberg zugelassenen Parteien und Gruppierungen hatten somit die Möglichkeit, zu den Thesen Stellung zu nehmen. 12 der 17 Parteien und Gruppierungen haben dieses Angebot wahrgenommen.
In einem abschließenden Schritt wurde eine Auswahl jener Thesen getroffen, die eine möglichst breite thematische Abdeckung gewährleisten und zugleich unterschiedliche politische Positionierungen sichtbar machen.
Über diesen Link sind die finalen 36 Thesen sowie die Antworten der beteiligten Parteien und Gruppierungen abrufbar.
Partnerorganisationen
Bei dem Projekt haben fast 20 Organisationen aus Nürnberg und der Region mitgewirkt, unter anderem: ADFC Nürnberg, Allianz gegen Rechtsextremismus, Bayerischer Jugendring, Behindertenrat der Stadt Nürnberg, Bündnis KlimaEntscheid Nürnberg, CPH, Fair Toys, Kinderschutzbund Nürnberg, Medizinische Flüchtlingshilfe Nürnberg + Fürth, Mieterbund Nürnberg, M.U.T., NMRZ, Regens Wagner Zell, Straßenkreuzer e.V., Stadtmission Nürnberg e.V. und Diakonie Bayern, Zentrum Aktiver Bürger und weitere. Nur dank unserer Partnerorganisationen konnte der Lokal-O-Mat 2026 in dieser Breite und Tiefe entwickelt werden. Ein besonderer Dank gilt auch der Plattform VOTO, die den Lokal-O-Mat 2026 kostenlos hostet und technisch unterstützt.
Transparenz
Der Lokal-O-Mat 2026 ist ein ehrenamtlich getragenes Projekt des Nürnberger Menschenrechtszentrums. Das Projekt wurde ohne den Einsatz öffentlicher oder privater Finanzmittel umgesetzt. Die verwendete digitale Plattform, VOTO, ist eine gemeinnützige UG zur Erstellung von Online-Wahlhilfen mit Sitz in Deutschland. Der Lokal-O-Mat 2026 ist und bleibt parteipolitisch unabhängig, kostenlos und anonym. Die Thesen spiegeln nicht unbedingt die Meinung einzelner oder aller beteiligten Organisationen wider. Die Abstimmung und Begründung der Thesen durch die zuständigen Vertreter*innen der Parteien und Gruppierungen obliegt in deren Verantwortung und wurde durch Dritte in keiner Art und Weise geändert oder angepasst.



