Xinjiang und die Uiguren – drei Podcasts zur Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises an Sayragul Sauytbay

9. Mai 2022 | Von | Kategorie: Aktuelles

Dass es in der chinesischen Region Xinjiang zu menschenunwürdigen Ereignissen kommt, ist schon lange bekannt. Es wird geschätzt, dass die chinesischen Behörden seit 2018 Millionen Uiguren, Kasachen und andere turkstämmige Minderheiten in Lagern festhalten. Überlebende berichten sowohl von psychischen als auch körperlichen Misshandlungen und Folter.

Die Verbrechen gehen teilweise im Alltagsgeschehen unter, doch vergessen sind sie nicht: Dies sieht man auch daran, dass mit Sayragul Sauytbay als Preisträgerin für den Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreis eine Kasachin ausgewählt wurde, die die Lager überlebte und sich seit ihren eigenen Erfahrungen aktiv für die turkstämmigen Minderheiten in Xinjiang einsetzt. Die Preisverleihung findet dieses Jahr am 15. Mai statt.

Um dem Thema noch einmal mehr Aufmerksamkeit zu schenken und die Hintergründe besser einordnen zu können, haben Kalum Rock und Ann-Kathrin Schumann im Rahmen ihres Praktikums mit drei verschiedenen Experten dieses Thema besprochen. Als erstes sprachen wir mit Prof. Björn Alpermann. Er lehrt an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und ist dort Lehrstuhlinhaber für Contemporary China Studies. 2021 veröffentlichte er sein Buch „Xinjiang: China und die Uiguren“. Er half uns sowohl die aktuelle Situation, die historischen Hintergründe, sowie die Rechtfertigungen der Lager durch die chinesische Regierung zu verstehen.

In der zweiten Folge sprechen wir mit Kuerban Haiyuer, geboren in Xinjiang, und selbst Uigure. Er kam vor 14 Jahren nach Deutschland und ist mittlerweile Leiter des Berliner Büros des Weltkongresses der Uiguren. Mit ihm sprachen wir sowohl über seine eigenen Erfahrungen, über seine Arbeit für den Weltkongress, als auch darüber, was er von der deutschen Politik und der internationalen Gemeinschaft erwartet.

Unser letzter Interviewpartner war Dr. Adrian Zenz. Er ist einer der führenden Forscher*innen, wenn es um die Umerziehungslager in Xinjiang geht, und arbeitet als Senior Fellow bei der Victims of Communism Memorial Foundation, einem Think-Tank in Washington DC. Mit ihm sprachen wir über seine Arbeit und wie er zu seinen Erkenntnissen über die Lager kam. Weiter sprachen wir über das chinesische System hinter den Lagern und über seine eigenen Erfahrungen mit Chinas Propaganda-Maßnahmen.

Insgesamt geben die drei Folgen einen ausführlichen Überblick über Situation in Xinjiang. Wir wünschen viel Spaß beim Zuhören.

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